Dann aber geschah es, in der Zeit zwischen Weihnachten und Ostern, daß auch Herr Arnold Opterberg aus seiner verzauberten Sonntagsstimmung aufgeschreckt wurde.
Der Konfirmationstag nahte. Martin Opterberg und Christoph Attermann saßen im Konfirmandenunterricht, und der Herr Pfarrer strich den Mädchen wohlwollend über die Scheitel. Plötzlich rief er einen träumenden Knaben an, der nicht zu antworten wußte, ließ den Erschreckten vortreten, legte ihn über die Bank und straffte ihm die Hosen. Totenblaß erhob sich Martin Opterberg.
»Ich bitte den Herrn Pfarrer, das zu unterlassen,« brachte er mit schwerer Zunge hervor.
Der Pfarrer hielt inne. Sein Gesicht war dunkelrot geworden.
»Was erfrechst du dich? Gut, du sollst mit diesem Sünder tauschen. Tritt vor.«
Martin Opterberg rührte sich nicht. »Meine Mutter hat’s verboten,« stieß er hervor.
Der zornige Mann suchte ihn aus der Bank zu ziehen. Da sprang auch Christoph Attermann auf.
»Unsere Mutter hat’s verboten, und wir sollen’s nicht ansehen, hat sie gesagt.«
Dem Zornigen nahm’s die Besinnung.
»Unsere Mutter?« höhnte er. »Das ist mir ja ein hübsches Bekenntnis! Darum also hat man dich auf den Opterberghof heimgeholt?«