»Weil sie doch an mir hängen. Meinst du, es wäre nicht gerade deswegen, Arnold, daß sie sich fragen: Wie würd’ das Mädel meiner Mutter zu Gesicht stehen?«
»Ach du liebe Muttereitelkeit! Laß die Buben erst mal ins Feuer kommen. Ich war auch drin und weiß ein Liedchen davon zu singen.«
»Ein Liedchen, Arnold? Die Bescheidenheit ist doch sonst nicht dein Hauptfehler.«
Der Professor kam durchs Hoftor geschritten. Sabine Barthelmeß stürzte ihm entgegen. »Hat er nicht eine Gestalt wie der Flötenspieler im Vatikan?« rief sie und zeigte auf den schlanken Martin Opterberg, der sich unwillig abwandte.
»Aber er pfeift dir was, dein Flötenspieler,« knurrte Christoph Attermann sie an.
»Du bist ja auch nicht häßlich, Christoph,« lenkte schnell das Mädchen ein, »nur zu stark betont in der Linie. Doch das ist halt Geschmackssache.«
»Gott sei Dank,« atmete Christoph Attermann auf, »daß ich dein Geschmack nicht bin und daß ich die Linie betone.«
»Der Christoph Attermann ist ein Rüpel,« entschied der Professor, »und von einem Eichenknorren lassen sich keine Orangen ernten.«
»Das muß wahr sein,« bestätigte Frau Christiane, »aber es lassen sich Bretter und Pfosten daraus fertigen zu einem standfesten Haus, und aus dem, was nebenbei fällt, lassen sich immer noch Eichenprügel schnitzen.«
Der Professor zog ein wenig die Augenbrauen hoch und strich sich den knisternden Bart.