Therese Baumgart lachte ihn aus.

»Laß gut sein, Christophel. Wenn ich in Gedanken mit dir red’, hab’ ich dich längst Du genannt.«

»So tu’s weiter und alle Zeit und schenk auch mir die Freud’.«

Sie nickten sich mit frohen Augen zu und gaben sich den Handschlag darauf. Martin Opterberg aber mahnte kräftig zum Aufstieg auf das Schloß, und die frischgebackene Heidelbergerin machte stolz die Führerin und leitete zuvörderst zur Universität, der uralten und ewig jungen Ruperto-Carola, die sie in begeisterten Worten pries und den Hörern als die älteste aller hohen Schulen Deutschlands einprägte, im Jahre 1386 vom Kurfürsten Ruprecht von der Pfalz begründet im Wettbewerb gegen die hohen Schulen von Prag und Wien.

»Mich drängt’s heut mehr nach dem großen Faß als nach dem Born der Weisheit, Theresel.«

»Folg mir nur brav, Martin. Wir kommen noch immer zu früh, denn das Faß ist leer bis auf den Grund.«

»So wüßt’ ich mir eine andere Quelle,« lachte er und schaute ihr auf den Mund.

Nun stiegen sie plaudernd den Schloßberg hinan, und während sie sich heimlich mit den Blicken maßen und einer im anderen sich selber suchte, ging Frage und Antwort eilig zwischen ihnen hin und her, und es war, als läge Freiburg jählings am Neckar.

»Der Broich war der fleißigste,« berichtete Therese Baumgart. »Sein juristisches Examen war ein gutes, und er arbeitet mit Macht auf den Assessor, um, wie ich glaub’, in die Industrie zu gehen und schneller einen Hausstand zu gründen, als es ihm sonst glücken könnte.«

»Einen Hausstand? Ist es denn so fest und richtig zwischen ihm und der Hilde Falkenroth?«