»Der Therese? Die nur wie ein Geist hier erschien und wie ein Geist verschwand? Wenn ich einen Strich ziehen will, darf ich keine Lücke zum Ein- und Ausschlüpfen lassen.«
»Also auch die Barthelmeßleute siehst du nimmer?«
»Um die Sabine ist mir’s leid,« sagte Martin Opterberg und schaute über die Mutter hinweg. »Sie war die erste und einzige, die mich in meiner Not aufsuchte und mehr als den üblichen Händedruck für mich fand. Aber es ist schon besser, ich lass’ es auch hier mit dem Wiedersehen ein paar Jahre anstehen.«
»Nein,« sagte sich Frau Christiane, »er ist doch noch ein Bub, denn es ist noch verletzte Eitelkeit in ihm und eifersüchtig Abwägen.«
Dann gingen sie und stiegen aus des Vaters Sehnsuchtsstube hinab und saßen noch lange bei Christoph Attermann auf der Bank …
In der Adventszeit kam Therese Baumgart angereist. Von Heidelberg hatte sie bei Frau Christiane angefragt, ob sie kommen dürfe, und nun lag sie mit ganz bleichem Gesicht an Frau Christianes Brust.
»Warst du krank, daß du so weiß ausschaust?«
»Es ist nur die Freud’.«
»Dann wollt’ ich, ich säh’ dich nie anders. Aber ein bißl rosa anmalen darf ich dich doch? Gelt?«
»Komm’ ich auch nicht störend so nah’ vor der Weihnachtszeit? Sie werden mich gewiß auslachen, wenn ich’s sag’, und sich in der Still’ denken: Eine Ärztin will das werden, die so empfindsam ist? Aber es hat mich hergestoßen, weil ich wußt’, die Buben sind fern und die Frau Christiane haust zum ersten Male allein zum Fest.«