»Mach doch ein ander Gesicht! Bist ja in Marburg. – Walter!«
Der Junge fuhr dienstfertig herum. »Tante Werder?«
»Ich muß euch mal nebeneinander sehen. So – – Aha, die Länge ist die gleiche. Und das dunkle Haar –«
»Ich habe schon weiße, Traud.«
»Bitte, sich nicht interessant machen zu wollen. Also das dunkle Haar hüben wie drüben. Das Gesichtel in der jüngeren Auflage –«
»O Gott, das Gesichtel!«
»Ich spreche doch wahrhaftig nicht von deinem, Klaus. Ja, Walter, vorläufig noch mehr Milch als Blut, aber verlaß dich nur auf deine alte Tante, die Couleur wird für die richtige Couleur schon sorgen.«
Und sie streichelte ihm mütterlich das volle Haar.
Der Junge errötete unter der frauenhaften Liebkosung. »Erstensmal bist du nicht alt, sondern noch sehr jung, und zweitens lege ich wirklich gar keinen Wert auf das Saufen und Raufen. Ich werde schon meine Zeit anders verwenden, und morgen geht es, trotz der Antrittskneipe heut, ins Kolleg.«
Sie streichelte noch immer sein Haar.