»Wahrhaftig, Traud, der Junge ist auch da. Bist du mit ihm zufrieden?«
»Der hatte doch sofort mit Immatrikulation und Kollegbelegen zu tun. Und seit drei Tagen ist er erst da.«
»Und ich bin erst seit einer halben Stunde da, und schon bist du mit mir unzufrieden.«
Sie schüttelte lachend den Kopf. »Pirat,« sagte sie nur.
Da lachte auch er.
»Das war mein alter Spitzname in der Verbindung, und ihr Mädels habt ihn aufgeschnappt.«
»Keinen friedlichen Studenten konntest du vorüberlassen, ohne die Segel gegen ihn zu hissen und das Enterbeil in die Faust zu nehmen. Das imponierte uns höheren Töchtern mächtig. Bist du immer noch so wild?«
Der Professor suchte den scherzenden Ton beizubehalten.
»Ordentlicher Professor an der Universität Berlin und Geheimer Regierungsrat,« meldete er dienstlich, »außerdem« – und es klang eine Schärfe hinein – »zwanzig Jahre verheiratet mit deiner Cousine Marianne.«
Sie sah schnell nach dem Jungen hin, der sich in beschaulicher Ruhe zum Fenster hinausgelehnt hatte, ging an dem Mann vorüber und strich ihm im Vorbeigehen über die Augen.