»Ja, ja, du bist ein braver Junge, aber – Bravheit schützt vor Jugend nicht.«
Da lachten sie alle drei mitsammen, und der Junge haschte nach ihrer Hand und küßte sie in wohlerzogenem Respekt.
»Dein Vater, Walter, sieht aus wie dein älterer Bruder. Forsch, was? Gib acht, daß er nicht noch sämtliche studentischen Völkerschaften Marburgs vor die Klinge nimmt.«
»Ach – Tante! Aber er sieht wirklich anders aus als zu Hause.«
»Das tut die gute Marburger Luft. Und nun hab' ich euch mit meinem Schwatz lange genug aufgehalten, und ihr kommt schon zu spät auf den Berg. Du bleibst doch noch einige Tage, Klaus?«
»Der Minister hat dringende Arbeiten für mich, sonst hätte ich den Walter selbst hergebracht. Nun langt's nur für den Tag der Antrittskneipe, den ich mir für den Jungen nicht nehmen lassen wollte.«
»Schade –. Aber – der Minister und Marburger Frühling – das reimt sich schlecht zusammen. Also ein andermal, und viel Vergnügen für heute.«
»Auf morgen, Traud. Wir werden diese Nacht sehr leise auftreten.«
»Versprich nicht zu viel, oder ich streue Erbsen.«