Und er hörte ihr Lachen noch auf der Stiege und trug es noch im Ohr, als er, Band um, Mütze auf, neben seinem Füchslein den Schloßberg hinanstieg, durch den kosenden, streichelnden und schmeichelnden Frühlingsabend, hinan zu dem hohen, freien Hang, auf dem das Haus seiner alten Verbindung wie eine Warte der Jugend stand. ›Wie lange,‹ dachte er, ›hab' ich dies Kosen, dies Streicheln und Schmeicheln nicht mehr gespürt.‹ Und er tat einen tiefen, wohligen Atemzug. ›Aber heute – spür' ich's!‹
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Da trat er mit seinem Sohn in den Kneipsaal ein, und er sah strahlenden Auges über die Masse der Buntmützen hin, die die mächtige hufeisenförmige Tafel dicht bekränzt hielten, und als er den Sohn an der Fuchsenecke untergebracht wußte, schritt er hinüber zur Tischecke der alten Herren, spähte in den bärtigen Gesichtern nach den Gefährten der Jugend, schüttelte kräftig alle die Hände, die sich ihm entgegenstreckten, und fiel aus voller Kehle in den Kantus ein:
»Gaudeamus igitur,
Juvenes dum sumus!«
»Cantus ex est. Schmollis cantoribus!«
»Fiducit!«
»Kreuzer, alter Pirat, tauchen endlich deine Segel wieder auf der Lahn auf? Gegrüßet seist du …«
»Prost, langer Ritter. Ich suche dein Bäffchen und deinen Talar.«