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Es war Nachmittag, und Frau Traud Werder saß in ihrem Zimmer vor dem Klavier und spielte sich zur Freude ein still dahinschwebendes Lied. Ihre Augen blickten über die Noten hinweg, und die Sonne lag, als wüßte sie sich keinen schöneren Platz, voll auf ihrem Haarknoten und auf ihren schlanken Schultern. Da pochte es an die Tür.

»Herein, wenn's eine Frühlingsbotschaft ist.«

Und die Hände auf die Klavierbank gestemmt, wandte sie sich um.

»Ach, Klaus – Du? Schon Schluß gemacht mit der Freude?«

»Falsch geraten. Sie soll erst anheben. Und dazu bin ich hier.«

Sie sah ihn forschender an und erhob sich langsam. Und sah die aufsteigende Spannung in seinen Zügen und lachte ihn aus.

»O nein – jetzt hast du falsch geraten. Ich habe durchaus keine Angst vor dir und unserem Alleinsein. Also?«