»Gott sei gedankt,« sagte sie, »daß du wieder etwas zu ersehnen hast.«

»Traud – ist das dein Leichtsinn?«

»Ja,« wiederholte sie, »das ist mein Leichtsinn. Das ist der Sinn, der das Leben leicht macht. Gott sei gedankt, daß du wieder etwas zu ersehnen hast, du lieber Mann, denn die Sehnsucht wird dich jung halten und dir Träume geben, wenn es grau um dich ist, und die Spannkraft, an Schöpfungen heranzugehen, die voll blühenden Lebens sind und nicht voll Bücherweisheit.«

»Nein, nein, du, das ist mir nicht genug! Ich werde oft und oft kommen müssen, um nachzuprüfen, ob die Sehnsucht vor dem Bilde noch standhält!«

Sie reckte sich, daß ein Schwellen durch die schlanke Gestalt lief.

»Komm nur, ich fürchte mich nicht.«

Und er stand und trank mit weitgeöffneten Augen das Bild in sich hinein und wußte, daß es seine Jugend sei, und tat einen Schritt vor und nahm sie fest in beide Arme.

»Bleibst du mir treu?«

»Ich liebe dich!«

»Ob du mir treu bleibst?«