»Sorge dafür.«

Da verstand er sie.

»Ich bleibe mir treu. Hab keine Sorge mehr um mich. Ich lass' von meiner Jugend nicht mehr locker, und die Menschen sollen den Gewinn davon haben.«

»Mach die Menschen fröhlich, Klaus, mach sie fröhlicher als weise!«

Und im Wald war ein Frühlingsrauschen, und sie gingen ihm nach, bis die Schwedenschanze sich vor ihnen hob, und bunte Mützen, weiße Mädchenkleider auftauchten und schwanden und auftauchten und verharrten. Und ein junges Lachen war um sie her. Und da unten lag Marburg, die alte, liebe Stadt, streckte die Elisabethenkirche ihre Türme zu ihnen auf, winkte vom Schloßberg der Landgrafenbau und dicht im Grün des Hanges das Haus seiner alten Verbindung, die jung blieb durch den unerschöpflichen Menschenfrühling.

»Und da lachten sie beid',
Zur Sommerzeit,
Wenn am Walde, am Walde,
Die Heckenrosen blühn –«

sang und jubelte es über die Heide, kraftvolle Jungmännerstimmen und helle, süßklingende Mädchenstimmen darüber hinaus. Und die beiden Menschen am Waldrande nahmen das Lied auf, und sie spürten den wilden Rosenduft noch auf ihren Lippen, als sie lange schon im lauten, frühlingsbewegten Kreise saßen, den Rosenduft, der aus der braunen Dornenhecke bricht, wenn die Natur befiehlt.

Da war auch Walter Kreuzer, der jüngste Fuchs, und Mütze und Band waren mit Anemonen dicht besteckt, und an jedem Arme führte er ein lachendes Mädchen dem Vater zu. »Papa, du sollst entscheiden. Sie wollen beide von mir wissen, wer die schönste sei. Ich finde sie beide entzückend.«

»Das genügt uns nicht,« riefen die übermütigen Mädchen, »wir sind in Deutschland und nicht in der Türkei!«