»Ich werde ihm häufig aus der Zeit erzählen, in der sein Vater jung war und« – sie lächelte – »in der er es wieder wurde.«

Er beugte sich über sie und küßte sie aufs Haar.

»Da ich es doch durch dich wurde, so mußt du schon seine Mutter sein.«

»Ja, Klaus, das will ich.« Und es wurde still und feierlich in ihnen und um sie her.

Klaus Kreuzer saß und hielt die Hände zwischen den Knien. Und begann noch einmal, leise und beschämt: »Es war ja nicht recht von uns, so einfach den Zufall, daß du deiner Mutter Haus geerbt hattest, wahrzunehmen und den Jungen bei dir einzuquartieren. Aber Marianne meinte, pekuniär machte es dir nichts aus, und du ergriffst auf diese Weise gewiß gern die Gelegenheit, den verlorenen Anschluß an die Familie zurückzugewinnen. Ich sagte Ja und Amen. Traud, ich kannte dich ja gar nicht.«

Sie war blaß geworden und ließ die Hände in den Schoß sinken.

»Den verlorenen Anschluß an die Familie …« murmelte sie. Und plötzlich erhob sie sich mit einer jähen Bewegung und warf ihm die Arme um den Hals. »Mir gehörst du, mir, und dein Junge gehört mir auch. Schon als Kind habe ich dich lieb gehabt, dich und deine Freude, und die andere hat dich mir genommen, und dir hat sie deine Freude genommen.«

»Nicht so, Traud –«

»Nein, nicht so. Und nun wollen wir nie wieder davon sprechen. Aber geben wollen wir uns aus vollem Herzen alles das, was die anderen nicht wollen und was uns so nötig ist wie das Atmen: unsere Freude, Klaus.«