»Ihr könnt euch darauf verlassen.«
Und der Zug lief ein, der Abschied vom Jungen war vorbei, und er stand am offenen Gangfenster und hielt die Mütze vor der Brust.
»Abfahren!« Und der Zug zog an.
»Stoßt an! Marburg soll leben! hurra hoch!
Die Philister sind uns gewogen meist,
Sie ahnen im Burschen, was Freiheit heißt.
Frei ist der Bursch – frei ist der Bursch!«
Das klang wie Schwerterklang und Bechersang aus einem halben Hundert Jungmännerkehlen zu ihm auf und schwang sich hinter dem Zuge her und rief zu Lebenskämpfen und Lebensfesten, daß ihm das Wasser in die Kehle treten wollte. Noch immer lehnte er im Fenster und hielt die Mütze zum Gruß fest vor der Brust. Dann war der Bahnhof zu Ende, und er tat einen Ruck und stand hochaufgerichtet und starrte geradeaus.
Da stand am Ende des Bahnsteigs eine Frau und sah ihn an mit weitgeöffneten, hellen Augen.
Da grüßte ihn seine Jugend, die wiedergeborene. –
Ernst legte er Mütze und Band ab … Und auf der ganzen langen Fahrt dachte er an ihre Augen, diese Augen, die ihn wieder sehend gemacht hatten. – –