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Spät abends kam er an und fand Marianne im Wagen vor dem Bahnhof halten.

»Der Minister hat zweimal heute nach dir fragen lassen.«

Er wollte eine Entschuldigung sagen, aber ein klingendes Wort lief ihm durch den Kopf, und er mußte hinterher und es greifen und es nochmals zum Klingen bringen.

»Der Minister? Und Marburger Frühling? Das reimt sich schlecht zusammen.«

»Lieber Freund, rede, bitte, keine Torheiten. Der Minister will dich in sein Ministerium ziehen, und es müßte doch seltsam zugehen, wenn bei einem Wechsel Majestät –«

»Ich pfeife auf den ganzen bureaukratischen Quark. Ich will zwischen meiner Jugend sitzen, zu der ich gehöre, und die zerquälten Burschen zu frischen Männern erziehen.«

»Lieber Freund, mäßige dich, bitte, ein wenig. Ich glaube wahrhaftig, dir spukt der Maitrank noch im Kopf.«

»Der Maitrank.« Er lachte: »Ja, ja, da magst du wohl recht haben, Marianne. Übrigens läßt dich der Junge grüßen.«