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Am anderen Morgen trat er die Fahrt nach Marburg an. »Ich werde dem Minister mitteilen,« sagte Marianne beim Abschied, »daß du deinen Entschluß von deiner Erholung abhängig machtest.« Und er nickte und war mit seinen Gedanken bei dem Jungen.

Am Abend traf er in Marburg ein. Der Bahnhof lag öde und still, und er beeilte sich, ihn zu verlassen. Geradenwegs ging er zu Traud Werders Haus.

»Klaus,« rief sie und stand im weißen Rahmen der Stubentür, mädchenhaft rot und erregt vor Freude und fand nichts als seinen Namen.

»Guten Abend, Traud,« sagte Klaus Kreuzer, beugte sich über ihre Hand und küßte sie. »Ist Walter zu Hause?«

»Walter?« fragte sie verwundert. »Ist etwas passiert? Aber so komm doch herein und trag mir die Ruhe nicht heraus.«

Er trat ein, ließ sich Hut und Mantel aus den Händen nehmen und setzte sich.

»Traud, du fragst mich, ob etwas passiert sei, und ich komme hierher, um es dich zu fragen.«