»Nun wird es aber Zeit, mich bei der Hausfrau zu melden.«
Der Junge zeigte den Weg. Ein paar Stufen führte er hinab und klopfte an eine weiß gestrichene Tür. ›Wie freundlich das alles hier ist,‹ dachte der Professor und betrat auf ein helles »Herein« das Zimmer. Mit rascher Bewegung zog er die Mütze vom Kopfe und verbeugte sich tief und ritterlich vor der Frau, die in hellem Hauskleid blond und fröhlich vor ihm stand.
»Meine gnädige Frau –«
»Für den Anfang nicht schlecht. Da bin ich begierig, wie's weiter geht.«
Der Professor streckte sich aus seiner Verbeugung auf. »Verzeihung, meine gnädige Frau –«
Sie behielt ihre Hände in den Schürzentaschen. Den Kopf ein wenig zur Seite geneigt, schien sie sein Bild prüfend zu umfassen, und doch war es dem Manne, als säße eine durchaus nicht zum Empfang gehörige Lustigkeit in ihren Augenwinkeln.
»Verzeihung,« wiederholte er mit einiger Zurückhaltung.
Erstaunt hob sie die Augenbrauen. »Wofür denn nur? Ihr habt mich doch nicht vergessen und mir den Jungen geschickt. Das ist doch ein Beweis der Wertschätzung. Und ich war nicht immer artig nach euren Begriffen. Aber davon wollte ich doch gar nicht sprechen.« Und nun nahm sie die Hände aus den Schürzentäschchen und schlug sie zusammen. »Wie famos du aussiehst, Klaus. In Couleur! Das verjüngt dich mit einem Schlage, oder du bist überhaupt nicht älter geworden.«
Er sah unsicher nach ihr hin. Auch auf das Du war er nicht vorbereitet gewesen. Und unwillkürlich prägte sich die Zurückhaltung auf seinem Gesichte deutlicher aus. »Verehrte Hausfrau –« begann er noch einmal.