»Nun hast du dir zur Genüge den Mund ausgespült,« heuchelte der Riesenkönig. »Bist du nun endlich auf den Geschmack gekommen, so trinke!«
Asathors Antlitz färbte sich so rot wie sein Bart. Er packte das Trinkhorn, daß es knirschte. Und zum dritten Zuge hob er es an den Mund und sog und sog, daß ihm die Adern wie Stricke über den Schläfen schwollen, und stürzte und stürzte, daß es wie Meerflut in seinem Halse rauschte, und setzte endlich ab. Da war der Trank im Horn weit zurückgegangen, aber ausgetrunken war er nicht.
»Du bist heute nicht durstig,« meinte Utgardloki, der mit allen seinen Mannen ein wenig blaß geworden war bei des Gottes wildempörtem Zuge. »Vielleicht gefällt es dir, dich an ein Spiel zu machen, wie es unsere Jungmannen zu ihrem Vergnügen treiben, nämlich meine große Katze vom Boden zu heben. Es wird für deine Kraft eher passen.«
Der Donnerer spürte den Hohn. Aber er zügelte seinen Zorn. Er ergriff die Riesenkatze, die sich auf den Fliesen sonnte, am Bauchfell und glaubte sie zu heben, aber die Katze hatte nur einen Buckel gemacht. Er biß die Zähne zusammen und rüttelte das Vieh, das sich steif auf den Beinen sperrte, zusammen. Und dann glückte es ihm, ein Bein der Katze hochzuheben und nicht mehr.
Der Riesenkönig lächelte wie in Mitleiden. »Es ist nicht recht von mir, dich mit deinem schwachen Körper an Aufgaben zu stellen, die meine Leute mit ihren Riesenkräften spielend lösen. In Asgard magst du der stärkste sein. Hier kommst du, wie du selber siehst, nicht in Betracht.«
»Stelle mir einen Gegner,« brüllte Thor auf in schäumender Wut, »jeden von euch, wer es auch sei. Ich will ihn im Ringkampf werfen, daß er das Aufstehen auf immer vergißt.«
Die Riesen rührten sich nicht. Und erst nach einer Pause sprach Utgardloki sanft:
»Die Bärenkraft meiner Männer scheint mir zu unsanft für dich. Versuche es zuerst mit einem Weibe. Ruft mir einmal meine alte Amme Elli her. Sie genügt für diesen Fall.«