»Ach nein,« sprach Thrym vergnügt, »den Hammer willst du zurück? Ich bin froh, daß ich ihn habe.«

»Du kannst ihn ja doch nicht verwenden,« redete Loki ihm zu. »Nur in des Donnerers Hand zeigt er seine Kraft.«

»Wohl, wohl,« nickte Thrym. »Und wenn er sich nicht in des Donnerers Hand befindet, ist er nicht gefährlicher als ein kurzgestieltes Stück alten Eisens. Damit ist viel gewonnen, wenn es zum Kampfe kommt.«

»Zum Kampfe um Freya, Thrym?«

»Um Freya, die liebliche, die süße. Aber es braucht nicht einmal zum Kampfe zu kommen. Die Asen können ihre heilen Köpfe und ich mein fröhliches Blut bewahren, wenn sie mir im Tausch Freya ausliefern gegen Thors Hammer. Im Arme der Lieblichen verzichte ich auf den Ruhm, euch zu prügeln.«

»Ich werde es gerne bestellen,« lächelte Loki schadenfroh und brauste gen Asgard zurück. Großtuerisch trat er in den Kreis der Götter. »Wo ist der Hammer?« donnerte Thor.

»Auf daß ihr seht, daß ich der Klügste bin – der Hammer ist gefunden. Bei Thrym liegt er, dem Riesenfürsten, zehn Klafter tief in der Erde versteckt, und das Versteck weiß nur Thrym.«

»Was frohlockst du denn, Prahlhans, der Hammer sei gefunden?« schnob der Donnerer.

»Weil ich,« versetzte Loki mit Wichtigkeit, »den Riesen bewog, freiwillig den Hammer herauszugeben. Er will es tun, so ihr ihm im Austausch Freya zum Weibe gebt.«

»Niemals,« rief Freya, die liebliche, entsetzt, »niemals lasse ich meinen schlanken Leib an die Dickwänste verschachern!« Und die Götter standen in tiefer Verlegenheit und wachsender Sorge.