Noch immer lächelte Wodan sein seltsames Lächeln. Dann erhob er sich, hieß den Helden nach Walhall entbieten und Kara seine Wegweiserin sein.
Im Goldhelm und blauen Königsmantel empfing er den gewaltigen Recken.
»Auf daß du auch in Walhall ein so fröhlicher Kämpe seist, wie auf der Walstatt auf Erden, geb ich dir die Hellschimmernde zur Schenkin,« sprach er und wies ihm seinen Platz unter den besten der Einherier.
Da lachte Helgi, der Haddingenheld, daß es durch alle Hausungen der Götter schallte, und führte sein Mädchen stolz an die Tafel der Zecher, die dem Paare donnernden Heilgruß entboten.
Wodan aber hatte eines Helden Seele an sich geschmiedet für alle Ewigkeit.
Unter den Einheriern.
Männer, Männer! war Wodans einziger Gedanke geworden. Männer im Himmel und auf Erden. Männer der Tat, die wiederum Heldengeschlechter zeugten, Helden, die durch Tat und Todesverachtung auf Erden schon heranrückten an die Götter und im Himmel Wodans Söhne wurden. Was sonst brauchte die Welt, als Männer, wenn die Schicksalsstunde nahte, Männer, die Mannesehre über alles stellten, bereit allzeit, ihr Leben in die Schanze zu schlagen, um noch sterbend den feindlichen Mächten Abbruch zu tun und den Ruhm zu retten.
Manche seiner Wunschmädchen gebaren den Irdischen Helden; er selber zeugte auf seinen Wanderungen manches Heldengeschlecht und war anderen ein väterlicher Freund. Ein Freund jedoch, der sich unerbittlich selbst bezahlt machte und seine Schützlinge zu der Stunde, die ihm die rechte schien, auf der Höhe ihrer Kraft oder nach einem schlachtenreichen Leben, das Tausende nach Walhall gesandt hatte, einholte zu den Einheriern. So unerbittlich wie das Schicksal, das die Götter bedrohte, so unerbittlich war Wodan in der Wahl der Mittel, dem unabwendbaren Schicksal den letzten Ruhm abzugewinnen und, wenn es ihn schon untergehen hieß, nur als Sieger über die Unheilsmächte unterzugehen. Im letzten großen Atemzuge noch Schöpfer einer neuen, kommenden Welt.