König Hakon rief zu Wodan und hörte die Walküren rauschen. Und er hörte ihr Jauchzen: »Nun wächst der Götter Glück, weil die Waltenden Hakon mit einem großen Heere zu sich heim entboten.«
Siegreich blieb König Hakon in der Schlacht, aber von Wunden bedeckt, lag er auf dem Schilde. Freunde und Feinde umdrängten den Sterbenden, um noch einen Blick aus seinen Augen zu erhaschen, der der beste König war in Norwegen, und kein besserer war nach ihm.
Blutbespritzt stand der König mit seinen Mannen an der Pforte Walhalls, von Hermod geleitet, von Bragi mit Heldenliedern begrüßt.
»Helme und Brünnen wollen wir anbehalten und das Schwert nicht von uns tun,« sprach der König zu Wodan. »Es ist gut, bereit zu sein.« Und Wodan nickte, denn er kannte die Nähe der Stunde.
Hochgefeiert saßen Norwegens Könige, Harald Harfagar, Erik Blutaxt und Hakon der Gute, unter den Einheriern an der Tafel Wodans, den die Nordmänner Odin nannten. –
Noch einer aber saß unter dem Hunderttausend. Der war aus Westfalenland und hieß Hermann, der Cherusker. In Germanien war er aufgestanden, als es keinen Mann gab, die deutschen Gaue von der alles erdrosselnden Römerherrschaft zu befreien. Er, der Einzige, rief die hadernden Stämme zusammen und rief den Mannesmut und den Heldenzorn an in den erloschenen Gemütern. Er, der Einzige, zeigte den verzagten Deutschen, was Schwerter wert sind in der Hand von Männern, denen die Ehre lieber ist als das Leben. Und sie ballten sich zusammen und erschlugen im Teutoburger Wald das römische Heer, mehr denn zwanzigtausend Mann. Der Befreier des Vaterlandes wurde der Cheruskerfürst und ward zum Dank von Neidlingen erdolcht. –
Auf dem Ehrenplatz an der Einheriertafel in Walhall saß Hermann, der Cherusker, und keinen liebte Wodan wie ihn. – –