»Tot war ich lange. Was willst du von mir?«
»Antwort will ich, für wen im Hause der Hel die Bänke mit glitzernden Brünnen, und mit Gold die Dielen belegt sind!«
»Für Baldur geschah's. Auf ihn wartet das Methorn der Hel. Laß mich schweigen.«
»Noch schweigst du nicht. Wissen will ich, wer es ist, der Baldurs Blut vergießen wird.«
»Hödur heißt er. Nun begehr ich zu schweigen.«
»Noch schweigst du nicht. Wissen will ich, wer die Blutrache nimmt für die ruchlose Tat.«
»Ried wird Wodan den Wali gebären. Eine Nacht nur alt, zieht er aus in den Kampf. Das Haupt nicht kämmt er, die Hände nicht wäscht er, bis Baldurs Mörder im Blute liegt. Nicht gerne sprach ich, begehr nun zu schweigen.«
Erschauernd hatte die Wolwa Wodan erkannt, den alten Schöpfer der Welt.
»Kein anderer Mann soll wieder mich wecken, bis von den Fesseln Loki sich löst und die Feinde kommen zum Sturze der Götter!« rief sie mit letzter Kraft und sank in das Grab zurück. –
Wodan ritt heim. Er hatte die Probe auf sein Wissen gemacht, und sein Wissen war Wahrheit.