Und Fenris ist los, der wahnsinnige Wolf, wie Loki, sein Vater, loskam. Blutigen Schaum an den Lefzen, jedes Haar gesträubt, kommt er gerannt, und Loki schreit ihm zu und nimmt ihn an Bord des Höllenschiffes.

Blitzend aber reitet der schwarze Surtur heran, der Fürst der zerstörenden Feuergewalten. Auf tausenden von Flammenrossen folgen ihm die Seinen. Über die Brücke Bilfrost reiten sie gegen Asgard, und die Himmelsbrücke birst unter den Hufen ihrer Pferde.

In Rauch und Flammen gehüllt, kreist die entsetzte Erde, und die Zwerge hasten an den verschütteten Höhlen auf und nieder und suchen wimmernd den Eingang.

Zum zweiten Male stößt Heimdall ins Horn, gellend und gebietend wie Adlerruf. Da ordnen sich die Scharen der Asen und Einherier.

Und zum dritten und letzten Male stößt Heimdall ins Horn. »Vorwärts, ihr Asengötter, vorwärts, ihr Einherierhelden, in die Unsterblichkeit!«

Aufsprangen die fünfhundertundvierzig Türen Walhalls. Und die Wodansmänner zogen aus zu Fuß, zu Roß und zu Wagen, und Walvater Wodan führte sie.

Auf dem Sturmroß Sleipnir ritt er in schimmernder Brünne, den Goldhelm auf dem Haupt, den Todesspeer in der Hand. An seiner Seite schritt wuchtenden Ganges der Donnerer, den Hammer Mjolnir in der Faust. Unbeirrt ihnen nach alle die anderen, die Todesmutigen. –

Auf der Ebene Wigrid, dem Kampfreitplatz vor Walhall, treffen sie auf den Feind, der wie nimmer sich erschöpfende Wasserfluten anschwillt und vorwärtsdrängt. Hoch hebt sich Wodan in den Steigbügel. Sein Einauge funkelt und blitzt. Und zischend fährt sein Todesspeer als erster Kampfgruß über die Köpfe der Drängenden.

Schon sind die Massen im Kampf. Surturs Feuerreiter verbrennen Wiesen und Weiden. Aber die Einherier fürchten nicht Flammen noch Rauch. Nicht umsonst ist Sigurd durch die wabernde Lohe zu Brynhild, der Walküre geritten, nicht umsonst kämpften die Helden alle in brennenden Hallen. Mit dem Blute der Erschlagenen dämpfen sie die Glut des Kampfplatzes und werfen die Brandreiter zurück.