Seine Unterhaltung mit den Knaben beschränkte sich von nun an auf das Allernotwendigste; er hatte durch Zenobia in Erfahrung gebracht, daß die Schlangen noch immer im Schrank seien.

In der Schule sagte er mit höchst betrübtem Tonfall: „Jetzt gehen wir zum Kopfrechnen über“, oder „Karl, schlag deine Grammatik auf!“

Und das trieb er so lange, bis Carlos und Nicolás es nicht mehr ertragen konnten und die Schlangen vergruben.

Herr Dr. Bürstenfeger zuckte mit keiner Miene, als er es erfuhr. Abends aber, als sie zu Bett gegangen waren, gab er ihnen mit ungleich mehr Herzlichkeit, als in den letzten Tagen, den Gutenachtkuß. —

Eines Vormittags während der großen Pause saßen Carlos und Nicolás rechts und links von Tia Lolita unter dem Bananenbaum vor dem Hause.

Carlos hatte ihr die Zöpfe aufgeflochten und das Haar auf die Schultern gelegt, daß auch ihr Gesicht umrahmt war. So fand er sie noch viel schöner als gewöhnlich und nannte sie Genovefa.

„Du siehst wie Sneewittchen aus,“ sagte Nicolás, „das war die schönste Königstochter.“

Tia Lolita lachte: „Ich kann doch nicht Sneewittchen gleichen; ihr Haar war doch so schwarz wie Ebenholz, und ich bin blond!“

„Aber der Gänsemagd gleichst du“, meinte er.

Herr Dr. Bürstenfeger kam vorbei. Er blieb stehen und starrte Tia Lolita an.