Nicht weit von ihnen an der Reling stand ein Herr mit einem langen fahlen Gesicht und einer fahlen Glatze.
Auch er war ihnen bei Tisch aufgefallen. Seltsam düster hatte er vor sich hingeschaut und manchmal ganz absonderlich gelächelt.
Jetzt machte er Carlos und Nicolás heimlich Winke, die sie aber nicht gleich verstanden. Schließlich begriffen sie, daß sie zu ihm hinüber sollten, und, wie es schien, in einer sehr dringlichen Angelegenheit.
Als eine Pause in der Unterhaltung entstand, gehorchten sie möglichst unauffällig.
„Das ist ein schwarzer Pfaffe“, sprach leise und finster der Herr mit der fahlen Glatze und zeigte auf den fröhlichen Priester, der mit geschlossenen Augen wieder seine Verdauung pflegte. „Gebt euch nicht mit ihm ab, schwarze Pfaffen bringen Unglück. Ich würde wieder an Land gegangen sein, wenn nicht noch zwei Mönche mit weißen Kutten an Bord wären.“
Darauf erzählte er anschaulich und grausig von den Schrecken eines Schiffunterganges, von Menschen, die verzweifelt mit den sturmgepeitschten Wellen ringen, sprach vom Nachlassen ihrer Kräfte, dem völligen Ermatten und der Drangsal des Ertrinkens, sprach vom Hai und beschrieb seine Gestalt und seinen Charakter. „Wehe denen, die in seinen grausigen Rachen gerieten!“ Er ließ krachende Knochen hören und herzzerreißende Aufschreie und schloß seine Schilderung mit dem Bild eines oben am höchsten Mast angeklammerten Mannes im Lichte des zuckenden Blitzes.
Und dabei rieb er sich die Hände und lachte unheimlich, als bereiteten ihm diese Vorstellungen ein unsägliches Vergnügen.
Carlos und Nicolás aber überlief es eiskalt. Sie hatten keine Sehnsucht mehr nach dem Sturm.
Und als sie nachher in ihren Betten lagen, schaute Nicolás voller Angst nach dem Horizont, ob sich nicht vielleicht die unheilverkündende Wolke zeige.
Am nächsten Morgen, als sie erwachten, schaukelte das Schiff beträchtlich. Ein wenig beunruhigte sie das, denn sie hatten die Erzählung des Herrn mit der Glatze noch nicht vergessen.