Der Droschkenkutscher hielt jetzt auch den Wagen an, damit seine Insassen die Musik länger genießen könnten. Er drehte sich um und rief Herrn Dr. Bürstenfeger triumphierend zu: „Imno brasileiro!“

„Vorwärts, vorwärts!“ schrie Herr Dr. Bürstenfeger auf Spanisch und hielt sich die Ohren zu. Ergrimmt schlug der Kutscher auf die Maultiere ein, die in raschem Galopp den Wagen mit sich fortzogen. Bald nachher trabten sie wieder träge in ihrem früheren Tempo.

„Karl und Nikolaus,“ bemerkte Herr Dr. Bürstenfeger nach einer Weile, „ist es euch nicht aufgefallen, wie schwächlich und verkümmert diese brasilianische Bevölkerung ist; doppelt auffällig bei Betrachtung der Wehrkraft?!“

In diesem Augenblick fuhren sie an einem schattigen, mit Palmen bewachsenen Platze vorbei.

Ein halbwüchsiger sehniger brauner Bursche, nur mit Hemd und Zwillichhosen bekleidet, verteidigte sich mit Faustschlägen und Fußtritten gegen drei Polizisten. Ein Polizist lag schon auf der Erde, ein anderer stand keuchend daneben, der dritte hielt den Burschen fest umklammert. Dieser wand sich wie ein Aal, entriß sich ihm und floh davon mit fliegendem zerfetztem Hemd, das eine Hosenbein über dem Knie; die Polizisten hinter ihm drein.

Eine fette alte Negerin unter einem Magnolienbaum hielt sich die Seiten vor Lachen.

„Dieser Junge war aber doch ein starker Brasilianer!“ rief Nicolás aus.

„Nikolaus,“ antwortete Herr Dr. Bürstenfeger lächelnd, „du weißt: keine Regel ohne Ausnahme.“

Bald fuhren sie nach der Stadt zurück. Sie begaben sich in ein Restaurant und speisten.

Darauf sagte Herr Dr. Bürstenfeger: „Jetzt gehen wir zur Zahnradbahn und fahren auf den Corcovadoberg. Dort wird uns die Natur die Wunder ihrer Vegetation in nächster Nähe offenbaren!“