„Nicht wahr, Herr Dr. Bürstenfeger, jetzt hat Miß Von auch das Gruseln gelernt!“ rief Carlos aus.
„Ihr müßt auch bei allem dabei sein; geht schlafen!“ antwortete Herr Dr. Bürstenfeger und schob sie in die Kabine hinein.
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Am nächsten Morgen gingen Carlos und Nicolás nach Zwischendeck, um ihre Affen zu füttern. Gerade erhielten auch die Emigranten ihre erste Ration.
Irgendwo kauerte ein altes verrunzeltes Mütterchen auf der Erde, den Rücken gegen eine Kiste gelehnt; sie war bisher noch nie auf Deck erschienen.
So ein uraltes Mütterchen glaubten Carlos und Nicolás noch nie in ihrem Leben gesehen zu haben. Ihre zitterigen Hände hielt sie gefaltet; die Augen, die nie zuckten, schienen seltsam ins Weite zu blicken.
Ein Bursche, der eine Baskenmütze trug, kniete mit einem Blechteller vor ihr und flößte ihr Suppe ein. Daneben stand eine Frau mit einem zerrissenen Schal gegen einen schwarzbärtigen Mann gelehnt, der leise und scheinbar zerstreut auf einer Ziehharmonika spielte, während sie an einem großen Stück Brot kauend sehr ernst auf die Alte herabblickte.
Carlos und Nicolás erfuhren gleich darauf, daß die vier eine Familie waren und die Alte beinahe hundert Jahre alt und blind.
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Als Carlos und Nicolás zum Promenadendeck zurückkehrten, spazierte die schöne Dame mit den Purpurlippen, in Gesellschaft eines brasilianischen Herrn, der im Gespräch lebhaft mit den Händen gestikulierte. Von seinen Fingern, die voller Ringe waren, ging ein Blitzen und Funkeln aus.