Gerade als die Knaben an ihnen vorbeikamen, glitt ihr ein mit Perlen besetzter Kamm aus den Haaren und fiel auf den Boden.
Die Knaben bückten sich rasch danach, Nicolás hatte ihn erfaßt, lief der Dame nach und überreichte ihn ihr.
„Ich danke dir, mein lieber Junge“, sagte die schöne Dame, streichelte ihn mit der Hand über den Kopf und gab ihm einen Kuß. „Ihr liebenswürdigen Kavaliere, ich muß euch doch endlich mal die längst versprochenen Bonbons geben, kommt mit!“
„Gleich bin ich wieder da“, nickte sie dem Herrn zu und lief lachend die Treppe hinunter. Carlos und Nicolás hinter ihr drein, in ihre Kabine.
„Das ist ja hier wie in einem Kleiderschrank“, rief Carlos aus, denn ringsherum hingen Kleider, Spitzenblusen und seidene Röcke. Die Gardinen waren vollgesteckt mit Schleiern, Krawatten und Bändern. Handtaschen und Hutschachteln, Stiefel und Schuhe waren unter die Betten gezwängt.
„Und wie es wunderschön riecht!“ rief nochmals Carlos.
„Gefällt euch das Parfüm, meine Jungens?“ Sie griff nach einem kleinen silbernen Flakon, der auf dem Waschtisch stand.
„Na, gebt mir eure Taschentücher.“
Rot und verlegen sahen sich Carlos und Nicolás an.
Zögernd sagte Nicolás, indem er noch mehr errötete: „Unsere Taschentücher sind sehr schmutzig!“