Carlos und Nicolás aber glühten vor Stolz und Begeisterung für die Lombardia.
Sie liefen zu ihrem Lehrer, der auf der anderen Seite des Decks stand: „Herr Dr. Bürstenfeger, kommen Sie, wir überholen den Spanier, wir gewinnen!“
„Ich habe keinen Sinn für diese alberne Wettfahrt,“ antwortete Herr Dr. Bürstenfeger, „ich betrachte jetzt das Meer; so schön und so licht war es auf der ganzen Reise noch nicht, schaut doch: geradezu ins Unendliche scheint der Horizont gerückt!“
Aber Carlos und Nicolás waren bereits auf und davon und wieder zurück nach der anderen Deckseite.
Der Herr mit der fahlen Glatze, der neben ihnen stand, meinte kurz: „Wenn dieser Spaß noch andauert, prophezeie ich beiden Schiffen eine Kesselexplosion!“
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Es war am nächsten Tag; Carlos und Nicolás waren auf Zwischendeck. Unter den Passagieren, die in Teneriffa an Bord gekommen waren, sahen sie einen spindeldürren alten Mann mit einer Adlernase. Er trug einen verblichenen blauen Rock und Zwillichhosen. Über dem eingesunkenen Leib baumelte eine schwere silberne Uhrkette. Die magere Brust bedeckte eine Lavallièrekrawatte, reichlich bedeckt mit Speiseresten.
Neben ihm auf einem Feldstuhl saß eine hagere, alte Frau in einem schmutzigen Waschkleide von sehr jugendlichem Schnitt, einen aufgespannten Sonnenschirm in der Hand. Das Gesicht war voller Falten, aber ihr schwarzes Haar, das seltsam aufgeklebt schien, zeigte keinen einzigen weißen Faden.
Mit lauter Stimme, die manchmal überschnappte, und lebhaften Gebärden trug der Greis einem Haufen, der ihn umstand, ein Gesangstück vor.
Carlos und Nicolás blieben in einiger Entfernung stehen und hörten zu.