„Vittorio, das wird nicht geschehen!“ rief die Gattin.
„Wie dem auch sei!“ Zwei Zornesfalten erschienen auf seiner Stirn. „Der Schauplatz meines Wirkens hat sich verändert; Haß und Neid haben mich von den großen Bühnen vertrieben; einzig allein mir selbst angehörend, reise ich mit meiner treuen, geliebten Elvira als freier Künstler in der Welt umher!“
„Bravo, bravissimo!“ sagte ein kleiner Mann, der ein rotes Halstuch trug. Ein Beifallsgemurmel ertönte umher.
Chiasaponte trat einen Schritt zurück und machte vor Carlos und Nicolás nochmal eine Verbeugung: „Signorini, meine Gattin und ich stehen mit unserem reichen Repertoire“, er zeigte in der Richtung der ersten Klasse, „einem hochdistingierten, hochkultivierten Publikum jederzeit zur Verfügung. Wenn Sie geneigt wären, in diesem Sinne ein Abkommen zu vermitteln, wäre an Chiasaponte die Reihe, Ihnen zu dienen!“
Carlos und Nicolás standen ein wenig verlegen da, sie hatten den Inhalt seiner Rede nicht ganz verstanden.
Der kleine Mann mit dem roten Halstuch trat vor: „Il Signor Chiasaponte bittet euch, zu euren Leuten in die erste Klasse zu gehen und ihnen die Mitteilung zu machen, daß zwei große Künstler“, er wies auf das Paar, „oben eine Gesangsvorstellung zu veranstalten beabsichtigen — selbstverständlich“, der kleine Mann neigte sein Gesicht zu Carlos und Nicolás herab und rieb den Daumen gegen den Zeigefinger — „gegen entsprechende Bezahlung!“
Die Knaben hatten jetzt vollkommen begriffen. Hocherfreut über die Aussicht auf Theater, eilten sie nach der ersten Klasse.
Der Vorschlag wurde von der Gesellschaft angenommen. Die Honorarbedingungen lauteten: Nach der Vorstellung wird eingesammelt.
Chiasaponte war mit dem Anerbieten vollkommen einverstanden. In Sachen der Kunst, meinte er, sei die Geldfrage Nebensache.
Die Vorstellung wurde für den nächsten Tag bestimmt. Carlos und Nicolás konnten die Zeit kaum erwarten.