Schon bei den ersten Tönen preßte Herr Dr. Bürstenfeger seine Hände zusammen, verzog schmerzlich das Gesicht und murmelte: „Ach schrecklich, arme Frau!“
Chiasaponte griff nach der Hand der Künstlerin. Aber sie trippelte lächelnd zurück, mit schnell verneinenden Bewegungen des Kopfes. Er näherte sich ihr singend, die Hand auf der Brust.
Nochmal verzog Herr Dr. Bürstenfeger schmerzlich sein Gesicht, denn auch sein Tenor erschien ihm ganz unerträglich.
Wieder griff Chiasaponte nach ihrer Hand. Sie wich nicht mehr zurück, sondern lehnte ihren Kopf an seine Schulter und lächelte zu ihm hinauf. Sie sangen ein Duett.
Plötzlich stieß er sie zurück. Seine Miene war mit einem Schlage verändert, die Augen schossen Blitze; sein Tenor erscholl drohend und racheheischend.
Unter den Zuschauern hörte man unterdrücktes Kichern; irgendwo rief jemand laut: „Bravo!“ Mit flammenden Backen verfolgten Carlos und Nicolás die Vorgänge.
Flehend und beteuernd mischte sich Donna Elviras Gesang in den Chiasapontes.
Er langte in eine Seitentasche und überreichte ihr wild triumphierend einen Brief, worauf er seinen Degen zog.
Sie überflog die Zeilen, ihr Busen wogte heftig. Schmerzlich aufschreiend warf sie den Brief von sich und sang mit wild verzweifelten Gebärden eine leidenschaftliche Arie.
Er warf seinen Degen auf die Erde und schlug sich mit den Fäusten gegen die Brust. Flehentlich näherte er sich ihr.