„Der Lehrer!“ murmelte Nicolás entsetzt und blieb stehen.

Seit geraumer Zeit lag ihnen Herr Dr. Bürstenfeger, der künftige Hauslehrer, beständig im Sinn.

Vor einem Monat hatte er sich in Bremen aufs Schiff gesetzt, und acht Tage darauf schon sagte der Papa: „Heute ist Herr Dr. Bürstenfeger in Lissabon angekommen, ich habe es auf der Agentur erfahren.“

Man saß gerade bei Tische, der Diener, der auftrug, ein frecher Galicier, grinste schadenfroh.

Und wieder nach ungefähr acht Tagen sagte der Papa: „Jetzt ist er in Teneriffa.“

Gestern aber war er in Montevideo angekommen, und heute lag das Schiff draußen auf der Rede von Buenos Aires, und alles grinste im Hause: Zenobia, die Mulattin, Mauricio, der Galicier, der Gärtner, ein strenger Sachse, der Kutscher und vor allem José, der Knecht ...

Die Knaben brachten schnell Hammel und Wagen in den Verschlag und liefen ins Haus, um sich anzuziehen.

Sie stürmten die Treppe hinauf und erfüllten das Haus mit Stallgeruch, sie hatten ein warmes Bad zu nehmen unter Aufsicht der Zenobia, sie rauften im Bade und liefen dann nackt durch die Zimmer, Zenobia hinter ihnen her.

Eine Stunde später aber standen sie mit leuchtend gewaschenen Gesichtern und vor Aufregung knallroten Backen vor ihrer Mutter. Von ihren Köpfen, die wie Schwarten glänzten, ging ein starker Duft von Eau de Quinin aus.

Die Mama befahl, daß sie Handschuhe anziehen sollten, um ihre Nägel, die durchaus nicht weiß werden wollten, vor Herrn Dr. Bürstenfeger zu verbergen. Carlos tat es nur unter der Bedingung, daß sie ihm drei Knäuel Bindfaden für einen Drachen versprach und ihm erlaubte, auf dem Rebgang herumzuklettern, was den Trauben schadete, denn die Handschuhe machten ihn ganz wahnsinnig.