In einer halben Stunde hatten sie aus Brettern zwei Schilde gezimmert; aus Zeitungspapier machten sie primitive Helme, in die sie Hahnenfedern spießten.

Zwei lange Stecken, an deren Spitzen ein Wedel war, womit man an den Decken der Zimmer nach Spinngeweben suchte, verwandelten sie in Lanzen.

Die Wedel aber wurden zum Kopfschmuck ihrer Ponys verwandt, denen sie auch noch die Stalldecken umgelegt hatten.

Ihrem vierjährigen Schwesterchen, die sie „die Dicke“ nannten, weil sie kugelrund war, drückten sie eine Kindertrompete in die Hand. Sie war der Herold und mußte zum Kampfe blasen.

Carlos und Nicolás stiegen auf ihre Pferde; sie waren anzuschauen wie zwei prächtige Ritter. Die Backen des Schwesterchens blähten sich, Carlos und Nicolás stürmten aufeinander los, über die Beete.

Wie sie ganz nahe beieinander waren, scheuten die Pferde und machten einen Sprung auf die Seite, so daß sie unverrichteter Sache ein Stück weitertraben mußten.

Wieder stellten sie sich auf, wieder wollten sie aufeinander eindringen.

Schon kündigte die Schwester den Kampf an, als mit fliegenden Schößen eine Gestalt daherkam: „Wehe euch, Karl und Nikolaus, haltet ein!“

„Halt ein!“ schrie Herr Dr. Bürstenfeger und war mit einigen Sprüngen am Zügel von Carlos’ Pferd.

„Die Dicke“ floh erschrocken mit der Kindertrompete.