Herden von Straußen weideten nahe am Geleise, weiter hinten verbreitete sich als großer, hellgrauer Fleck eine Schafherde.
Dann erschienen Rinder und Pferde. Sie trabten manchmal bis dicht ans Geleise heran und flohen wieder zurück, die Rinder mit erhobenen Schweifen, die Pferde mit steilen Mähnen.
Der Zug hielt an einer kleinen Pampastation. Eine Dame stieg in den vorderen Wagen, eine Provinzlerin in bunten Farben, sie hatte sich für die Reise aufgeputzt. Eine fette alte Indianerin in einem geblümten Kattunkleid bot Fleischpasteten feil, verkaufte aber nichts, weil die Passagiere noch schliefen.
Neben der Station stand ein Tilbury mit zwei abgetriebenen Gäulen. Sie schlugen mit den kotigen Schwänzen nach den ersten Fliegen, die ihnen der heiße Sommertag brachte. In einiger Entfernung sauste die Post heran, in eine Staubwolke gehüllt. Zwölf Pferde waren davorgespannt.
Der Zug fuhr weiter.
Man stand auf und trank den Kaffee im Restaurationswagen. Als Carlos und Nicolás zurückkehrten, hatte sich der Schlafwagen zu ihrem nicht geringen Erstaunen vollständig verändert, an der Stelle der Betten standen Stühle.
Bis zum Abend ringsum das gleiche Bild: Rinder, Pferde, Schafe, Strauße und die weite Pampa.
Aber Carlos und Nicolás langweilten sich nicht. Sie verstanden, sich die Zeit auf ihre Weise zu vertreiben. Sie zählten z. B. die gescheckten Rinder, die gescheckten Pferde und schwarzen Schafe, die sie sahen, und wer mehr gezählt hatte, hatte gewonnen.
Oder sie führten seltsame Gespräche miteinander. Carlos fragte tiefsinnig: „Was möchtest du lieber sein, wenn man dich wählen ließe, der Mann, der dort in der Ferne reitet, oder dieser Herr im Staubmantel auf dem Perron?“ Und Nicolás antwortete, nachdem er eine Weile nachgedacht hatte: „Lieber dieser Herr, denn er ist kein Gaucho und braucht niemandem zu dienen.“
Carlos entgegnete: „Aber der Gaucho kann reiten, so viel er will, vom Morgen bis zum Abend.“