Darauf wußte Nicolás nichts zu erwidern.

Dann gaben sie diesem Frage- und Antwortspiel eine scherzhafte Wendung. Carlos fragte: „Was möchtest du lieber sein, der Stuhl, auf dem du sitzest, oder der Stuhl, auf dem ich sitze?“

Da griff gewöhnlich Herr Dr. Bürstenfeger in diese Unterhaltung ein, weil er sie zu albern fand, und schlug etwas Nützlicheres vor. Er holte einen Band Fabeln oder ein Märchenbuch aus seiner Reisetasche und las den Knaben vor.

Damit waren sie auch einverstanden, und mit pochenden Herzen und roten Gesichtern hörten sie zu, und ihre Blicke hingen an seinen Lippen.

Bei besonders aufregenden Stellen, wie z. B. da, wo die böse Hexe sagt: Heda, Gretel, sei flink und trag Wasser, Hänsel mag fett oder mager sein, morgen will ich ihn schlachten und kochen, fuhr Carlos von seinem Stuhl auf und zuckte mit der Nase.

Herr Dr. Bürstenfeger klappte das Buch über seinen Zeigefinger zusammen und sagte mißbilligend: „Verhalte dich still, Karl, und mache keine Grimassen!“ Und um zu zeigen, wie häßlich das aussähe, fuhr er selbst von seinem Stuhl auf und zuckte ein paarmal mit der Nase, hielt sich aber dabei den Kneifer fest, damit er nicht herunterfalle. Dann las er in seiner Geschichte weiter ...

Gegen Abend wurde verkündet, daß man in einer Stunde die ersten Ausläufer der Kordilleren sehen würde.

Sofort knieten Carlos und Nicolás ans Fenster und ihr Blick war unverwandt nach dem Horizont gerichtet; sie rührten sich nicht von der Stelle, bis die Berge auftauchten, aber da waren sie enttäuscht, denn sie hatten sie sich viel, viel höher vorgestellt ...

Am nächsten Morgen um sechs Uhr kamen sie in Mendoza an.

Die Stadt Mendoza