Der Mann antwortete, nachdem er eine Weile nachgedacht hatte: „Etwa drei bis vier Stunden.“

Carlos und Nicolás konnten das nicht begreifen, aber sie mußten sich entschließen, zurückzukehren, denn es war spät und Herr Dr. Bürstenfeger würde wohl sehr unruhig sein. Der Mann begleitete sie ins Hotel zurück. Nicolás schaute manchmal verstohlen nach seinem Kropf.

Aber Herr Dr. Bürstenfeger hatte sonderbarerweise ihre lange Abwesenheit gar nicht beachtet. Er saß in seinem Bett und las in einem spanischen Buch mit Hilfe des dickbauchigen Lexikons, das er aus Europa mitgebracht hatte, über das letzte fürchterliche Erdbeben in Mendoza.

„Warum haben die Menschen so viel Kröpfe hier?“ fragte Nicolás.

„Ja, das ist nicht schön!“ antwortete Herr Dr. Bürstenfeger. „Aber das macht das kalkige Wasser.“

Nach Tische ging Herr Dr. Bürstenfeger mit den Knaben spazieren.

Ein Bettler bat um Geld. Er hatte beim letzten großen Erdbeben ein Bein eingebüßt; er war geschwätzig, und um sich interessant zu machen, erzählte er, daß er dabei seine Eltern und seine sämtlichen Geschwister verloren habe.

Sie kamen durch den Teil der Stadt, von dem nur noch Ruinen erhalten waren, ein eingestürzter Kirchturm, eingestürzte Tore, geborstene, mit Gras bewachsene Mauern.

Herr Dr. Bürstenfeger murmelte: „In einer einzigen Nacht sind beinahe zwanzigtausend Menschen in dieser Stadt umgekommen.“

Der folgende Tag war stockfinster. Staub fegte durch die Straßen, aber es regnete nicht.