Lasset uns singen, tanzen und springen.

„Tanzen und springen!“ brüllte Herr Dr. Bürstenfeger und schlug mit dem Lineal auf den Tisch, daß ein Huhn, das sich in der Nähe aufhielt, gackernd davonstelzte, denn Carlos hatte drei Noten daneben gesungen. Im Hintergrund aber, den Knaben zugekehrt, stand Zenobia, die Mulattin, wiegte den Kopf, fletschte die Zähne und ahmte Herrn Dr. Bürstenfeger mit einem Besenstiel nach ...

Am gleichen Nachmittag noch machten sie einen Spaziergang in die Berge. In einer Schlucht sahen sie ein Pferd liegen, das abgestürzt war und die Vorderbeine gebrochen hatte. Als die drei herankamen, bewegte es mit einem unsäglich schmerzhaften Ausdruck der Augen den Kopf ein wenig in die Höhe und stöhnte.

Der Hauslehrer erlaubte, daß sofort der Spaziergang unterbrochen wurde, und die Knaben gingen zu Don Pablo und baten ihn, das Tier töten zu lassen. Aber Don Pablo antwortete: „Das Pferd ist in unser Gebiet eingedrungen, es gehört dem Nachbar, töte ich es, so muß ich es bezahlen.“

Die Knaben ritten zu Don Andrés (so hieß der Nachbar) und stellten an ihn die gleiche Bitte. Don Andrés lächelte und erwiderte, er werde heute jemanden hinschicken.

Abends aber lag das Pferd zu Carlos’ und Nicolás’ Entsetzen noch immer in der Schlucht und stöhnte.

Es fiel ihnen ein, daß es zu seinen Schmerzen auch noch Hunger und Durst leiden müsse, sie kehrten daher zum Gut zurück, Nicolás nahm ein Bündel Gras und Carlos einen Eimer mit, den er in einer Quelle, die halbwegs von der Schlucht entfernt war, füllte.

Das Pferd hob schnaubend den Kopf, sobald es das Wasser roch, wollte sich auf seinen beiden Vorderbeinen aufrichten und fiel mit einem Schmerzenslaut zurück. Carlos und Nicolás hoben seinen Kopf ein wenig in die Höhe, und so konnte es, ohne sich sonst zu bewegen, saufen.

Am folgenden Abend hatte man das Pferd noch nicht getötet, Don Andrés hatte es scheint’s ganz vergessen.

Der Gedanke an das Tier ließ Carlos und Nicolás in der Nacht nicht ruhen.