Im Schritt, die losen Zügel in der Hand, ritt er heimwärts; er war aber noch keine Viertelstunde geritten, als er sich mit Schrecken erinnerte, daß unter dem Baume die Kerne der vielen gegessenen Pfirsiche lagen, die würden ihn verraten, er kehrte daher um und vergrub sie nahe bei der Quelle. Schon wollte er wieder aufs Pferd steigen, als ihn plötzlich der Gedanke überfiel, aus den Kernen könnten Pfirsichbäume wachsen, und obgleich er wußte, daß es noch in weiter Ferne lag, ließ der Gedanke ihm doch keine Ruhe, er scharrte die Kerne wieder aus und steckte sie in seine Rocktasche.
Als er im Gut ankam, war die Ebene schon ganz vom Abend beschattet. Aber fern am Horizont stieg blutrot der Mond auf.
Vor ihm stand Herr Dr. Bürstenfeger.
„Du warst beim Ziegenhüter Bernabé“, sagte er, „du hättest nicht so spät heimkommen sollen, Karl.“
Ganz harmlos, etwas vorwurfsvoll sagte er das, und doch war etwas wie leises Mißtrauen in seiner Stimme.
„Ich war beim Ziegenhirten Bernabé“, antwortete Carlos. Seine Stimme zitterte, er blickte Herrn Dr. Bürstenfeger nicht in die Augen. Trotz der ziemlichen Dunkelheit sah Herr Dr. Bürstenfeger, daß Carlos über und über rot war.
Da wußte er, daß er ihn belogen hatte, und stumm wandte er sich ab, von Beschämung überwältigt.
Carlos aber ging ins Zelt, legte sich zu Bett und schluchzte in die Kissen hinein.
Nach Paraguay
Im Garten blühten die Veilchen, es duftete der Mimosenbaum; aber der Winter hatte schon lange begonnen.