Denn Jobab war aufgesprungen. Schmal stand er vor allen auf einem Stein. In seinem Auge glühte der Osten und machte sein Gesicht klar und tief. Dann sprach er mit heller Stimme:

„Brüder und Schwestern, blickt auf die Wüste. Seht ihre Bräune. Mimosen und Disteln gedeihen auf ihr. Mit flinken Sohlen jagen Antilopen über sie hin, den Staub aufzuckend wie Blitze. Sandsäulen eilen den Stürmen voran.

In dieser Wüste wurden wir Volk. Wunder geschahen, wie kein andres Volk sie je erfahren. Süß wurden die bittren Wasser von Mara. In Sin regnete es Wachteln und Manna, und in Raphidim tranken wir durstig aus Felsen. Vom Sinai erscholl das Gesetz, ließ uns wachsen über Tier und jede Art Mensch; wir sahen die Tafeln Jahves und Moses glänzendes Angesicht. Dort in der Wüste, in Not und Stille bauten wir Jahves Haus: aus Akazienholz, Widderfellen und Purpur, wie das Gesetz es befahl.

Das alles soll hinter uns liegen wie ein zu Ende gesungener Psalm? Nie mehr werden uns Wunder geschehen? Nie mehr werden wir Volk sein, Gott hingegeben und irdischer Eitelkeit abgewandt? Ich glaube, wir verlassen das Paradies, da wir es betreten.

Freunde, wir sind wie die Wüste, still und einsam, Unendlichkeit um uns und in uns. Wollt ihr die Stille durch Lärm beleben? Sollen Marktbuden vor Gottes Lade stehen und Feilschen die Gebete der Priester überschrein? Wollen wir prassen an irdischem Gut, aber den Geist abschwören? Hört mich!

Wir werden Gott verlieren.

Wir waren Dienst und werden Herrschaft, genügsam mit Reichtum und Genuß, eine schmatzende, lärmende Menge.

Wir wanderten und sollen nun seßhaft sein?

Wir wollten Jahve suchen und finden gefüllte Scheuern, Weiden und beschauliche Abende an den Ufern des Jordans.

Wir hatten die Not und triefen nunmehr von Glück.