Aber siehe da! Ich wollte ablehnen von Tieck’s Geistesentwickelung zu reden, weil er es liebte, sich selbst hinter den Objecten zurücktreten zu lassen, und bin unvermerkt auf seine subjective künstlerische Natur gekommen, wodurch ich denn, zwar nicht gegen meine Absicht, aber doch ohne dieselbe, Ihnen so etwas von einem Beitrage, wie Sie ihn angesprochen haben, geliefert hätte. Nehmen Sie damit fürlieb, und lassen sie uns in der gemeinsamen Verehrung des hervorragenden Dichtergeistes, dessen Größe nicht immer verkannt werden wird, verbunden bleiben.

Bonn, 30. December 1854.

J. W. Loebell.

2. Geheimer Rath Carus an den Verfasser.

Der Kopfbau Tieck’s hat meine Aufmerksamkeit vorzüglich in Anspruch genommen, und ich theile hier nach der Anleitung, wie sie von mir in meiner Schrift über Kranioscopie und in meiner „Symbolik der menschlichen Gestalt“ (Leipzig 1853) gegeben worden ist, die an ihm gefundene Kopfmaße mit. Ausgezeichnet war der Bau seines Vorderhauptes, dessen Höhe 5″ 1‴, die Breite 4″ 4‴, dessen Länge 4″ betrug. Die größere Höhe bei mäßiger Breite deutete auf mehr gegenständliche Kraft der Erkenntniß, bei geringerer analytischer philosophischer Geistesrichtung; eine Aehnlichkeit des Verhältnisses wie bei Goethe’s Kopfbau war nicht zu verkennen. Das Mittelhaupt maß in Höhe wie in Breite 5″ 4‴, in Länge 4″ 10‴. Diese Maße deuten auf reiche Entwickelung der Gemüthsregion, doch ohne alles Uebermaß; namentlich ist das Höhenmaß nicht so bedeutend, wie man es bei Personen mehr schwärmerischen Gemüthslebens gewöhnlich findet, das Hinterhaupt endlich zeigte ebenfalls kräftigen Bau, auf kräftiges Wollen deutend; die Höhe 3″ 7‴, die Breite 4″. Unter den Sinnesregionen war die Kopfbreite der Ohrenregion nicht sehr stark 5″ 3‴, und wirklich war Tieck’s Anlage und Freude für Musik nicht beträchtlich. Die Augenbreite betrug 4″; die Nase hatte 2″ Länge.

3. Anmerkungen.

Erster Theil.