4. Chronologisches Verzeichniß von Tieck’s Werken.
Eine vollständige Ausgabe aller Schriften, die Tieck in Vers und Prosa hinterlassen hat, gibt es nicht. Dieser Mangel wird nicht ersetzt durch die Verbindung der drei sich ergänzenden Sammelausgaben, der „Schriften“, mit Einschluß der neuesten Ausgabe der Novellen in 28 Bänden, der „Kritischen Schriften“ in 4 Bänden, und der „Nachgelassenen Schriften“ in 2 Bänden; denn außer den abgesondert erschienenen Gedichten fehlen noch die in den „Herzensergießungen“ und „Phantasien über die Kunst“ zerstreuten Aufsätze, Mehreres aus der frühesten und die in der letzten Zeit geschriebenen Vorreden. In das folgende chronologische Verzeichniß ist zunächst Alles aufgenommen, was sich in diesen drei Ausgaben findet, dann die anderweitig veröffentlichten kleinern Skizzen und Vorworte Tieck’s, die Gedichte, und endlich auch Einiges aus dem handschriftlichen Nachlasse, was für den Druck nicht geeignet schien, aber in den Erinnerungen erwähnt worden ist. Tieck hat in der Ausgabe seiner Schriften den einzelnen Stücken die Jahreszahl vorangesetzt, ohne sie danach zu ordnen. Indeß ist diese Angabe insofern schwankend, als sie bisweilen auf das Jahr der Abfassung, aber auch auf die Zeit der Herausgabe deutet. Zur genauern Feststellung der chronologischen Folge wurden daher noch andere Data nothwendig, die ich aus gedruckten und ungedruckten Briefen Tieck’s und seiner Freunde, den Einleitungen zu seinen Schriften, Vorreden u. s. w. gesammelt habe. Indeß auch so ist noch mancher Zweifel zurückgeblieben. Das Verzeichniß selbst ist durchgehend nach den Jahren der Abfassung geordnet, so weit sich solche ermitteln ließen. Die Novellen, zuerst meistens in Taschenbüchern erschienen, sind in der Regel unmittelbar vor dem Druck, d. h. in dem Jahre vor der laufenden Jahreszahl des Taschenbuchs, niedergeschrieben. Für die Gedichte war ein sicherer Anhalt das von Tieck selbst gegebene chronologische Verzeichniß derselben im dritten Bande der zweiten Ausgabe. Auch hier habe ich hinzugefügt, wo die einzelnen Gedichte zuerst erschienen sind. Dies ist insofern nicht ganz unwichtig, als man daraus erkennen wird, daß sie ursprünglich meistens lyrische Episoden in den Dramen, Erzählungen und Romanen bilden. Häufig sind sie also aus einem gegebenen Charakter, einer Situation heraus gedichtet, womit freilich nicht gesagt ist, daß sie nicht der Ausdruck von Tieck’s eigener lyrischer Empfindung sein könnten. Die Ausgabe seiner Gedichte kann daher als eine Sammlung der in den übrigen Dichtungen zerstreuten lyrischen Bestandtheile gelten. In den sonstigen bibliographischen Angaben habe ich mich darauf beschränkt, den ersten Druck der einzelnen Stücke, was freilich einige Male nicht mit voller Sicherheit geschehen konnte, und ihre Stelle in den verschiedenen Abtheilungen der Schriften anzugeben. Von Uebersetzungen in fremde Sprachen habe ich eingeschaltet, was mir bekannt geworden ist. In den Citaten sind die Schriften mit „Schr.“, die kritischen Schriften mit „K. S.“, die nachgelassenen mit „N. S.“ bezeichnet.
1789.
Die Sommernacht, ein dramatisches Fragment. Rheinisches Taschenbuch 1851; besonderer Abdruck mit einem Vorworte von J. D. Walter. Frankfurt a. M. 1853. N. S. I, 3.
1790.
Das Reh, ein Feenmärchen in vier Aufzügen. N. S. I, 21.
Das Lamm, Schäferspiel in zwei Acten. Daraus N. S. I, 173 fg. die Lieder:
An Lila.
Klage.