An die Nacht, welche ich in Malende-Strand nach jenem Tage durchzumachen hatte, werde ich noch lange denken. Ein Kind der das Haus bewohnenden Eingeborenen war krank, und man glaubte allgemein, daß es in der Nacht sterben würde; die Mutter desselben war halb wahnsinnig vor Verzweiflung geworden. Nachdem ich dem Jungen, welcher einfach an einer sehr starken Verstopfung zu leiden schien und daher immer über starke Schmerzen im Magen klagte, etwas Calomel gegeben und den Leuten versichert hatte, daß die Sache ganz ungefährlich sei, beruhigten sie sich einigermaßen. Froh über diesen Erfolg, legte ich mich nieder, wurde aber derartig von Moskitos gepeinigt, daß ich trotz einer ziemlichen Ermüdung nicht an Schlaf denken konnte. Um mich nun erst vollends wachzuhalten, fing der Kranke wieder an zu stöhnen, und sofort begann die ganze Gesellschaft mit einem wüsten Geheul, daß der Junge jetzt sicher sterbe. Da die Mutter glaubte, daß die Medizin des Weißen nicht helfe, nahm sie natürlich zu ihren eigenen Mitteln Zuflucht. Wie eine Wahnsinnige schlug sie bei dem Lager des Kranken in die Luft hinein und bewegte sich so schlagend zum Ausgange hin, als ob sie etwas vor sich hertreibe, dabei stieß das Weib die merkwürdigsten unartikulierten Laute aus, welche wohl Beschwörungen sein sollten; vor der Thür erreichte diese Scene ihren Höhepunkt. Nach etwa fünf Minuten langem Kreischen und Schimpfen, als ob sie jemand fortjagen wolle, was in diesem Falle wohl ein böser Geist war, kehrte sie rückwärts gehend und immer noch wie wahnsinnig vor sich herschlagend, ins Haus zurück, wo sie erschöpft am Lager des Kranken zusammenbrach. Nach einiger Zeit kamen noch mehrere Eingeborene, welche wohl Verwandte des kranken Kindes sein mußten. Die Weiber klagten die ganze Nacht hindurch. Daß man mir damals nicht vorwarf, daß meine Medizinen den Zustand des Patienten verschlimmert haben, wunderte mich zur Zeit sehr. Da doch nicht an Schlaf zu denken war, ließ ich schon um 4 Uhr das Canoe zur Abfahrt bereit machen und die Lasten, welche wir im Hause gebraucht hatten, hineinschaffen. Als ich meinen Thee trank, kam mir der Gedanke, daß ich dem kranken Kinde davon eingeben könne, doch die Leute hatten kein Vertrauen mehr zu den Medizinen des Weißen und nahmen den Thee nicht an, bis zu aller Erstaunen plötzlich der vermeintlich Halbtote aufstand und mich noch um etwas Medizin bat, die ich ihm dann auch in Form von einer neuen Dosis Calomel eingab. Unter großen Dankesbezeugungen der Mutter, welche nun vor Freude über die Wiedergenesung ihres Sohnes fast noch toller wurde als vor Verzweiflung über seine Krankheit, ließ ich um 5 Uhr abfahren, um so möglichst schnell zu entkommen.
Wir machten ziemlich schnelle Fortschritte, solange es kühl war, doch sobald die Sonne etwas höher stieg, erschlafften die Leute sehr merklich, so daß ich sie beständig anzufeuern hatte. Erst als ich gegen Mittag einige Enten und Reiher geschossen, und drohte, daß ich das für mich überflüssige Fleisch an die Eingeborenen des nächsten Dorfes verschenken würde, wenn sie sich nicht mehr beeilten, ruderten sie wieder kräftiger, bis ich bei einem Dorfe, welches die Leute Mangono nannten, zum Kochen Halt machen lassen wollte. Trotz langer, vergeblicher Bemühungen war hier außer einem einzigen Plantenbüschel bei den Einwohnern nichts Eßbares für meine Leute aufzutreiben, so daß ich es vorzog, noch bis 1 Uhr weiterfahren zu lassen. In dem Dorfe, welches wir darauf erreichten, hatten wir mehr Glück und konnten uns nun Zeit nehmen, etwas zu genießen. Als wir dann am Nachmittage weiterfuhren, machte sich bald die Nähe des Meeres durch eine angenehme, starke Brise bemerkbar, welche für uns sehr wohlthuend war. Wir passierten eine ganze Reihe von Dörfern, in denen das Dualla-Element sofort als das herrschende zu erkennen war. Längs der Ufer hatten die Eingeborenen schmale Streifen des niedriger gelegenen Landes mit Koko (Xanthosoma), Manihot und Mais bepflanzt; man erkannte sehr schnell, daß man es hier nicht mehr mit einem der Buschvölker zu thun hatte. An seichteren Stellen waren Reusen zum Fangen von Fischen aufgestellt, und häufig sah man Kinder und Weiber in kleinen Canoes dabei beschäftigt, Fische zu fangen. Gegen Abend sahen wir die ersten Mangroven und erreichten gleich danach die Mungo-Dörfer, in deren größtem ich für die Nacht zu kampieren gedachte. Die Eingeborenen (Duallas), welche uns sogleich am Strande umringten, zeichneten sich durch Unverschämtheit und Frechheit aus. Als ich den sogenannten König zu sprechen verlangte, hieß es, daß derselbe abwesend sei, aber bald zurückerwartet werde. Ich versuchte nun, einen Führer zu engagieren, welcher uns durch die unzähligen Mangroven-Creeks bis N’Bamba bringen sollte, doch stellten die Leute derartig hohe Bedingungen, daß ich alle weiteren Verhandlungen abbrach und energisch forderte, daß man den „König“ sofort rufe. Als die unverschämte Gesellschaft nun einsah, daß sie sich ihre Chancen verscherzt hatte, berieten sie sich eine Zeit lang und schickten dann ein Canoe ab, welches, wie sie sagten, den König von meiner Anwesenheit in Kenntnis setzen sollte. Am Abend kam derselbe endlich an, als ich bei meinem Abendessen saß. Um ihm zu zeigen, daß er mit mir nicht so umspringen könne, wie seine Leute zu glauben schienen, ließ ich ihn erst eine geraume Zeit warten, bis ich mit Essen fertig war, dann beschwerte ich mich über das freche Benehmen seiner Leute und riet ihm, ihnen zu sagen, daß sie sich besser vorsehen müßten, sonst könnten sie eventuell den Kürzeren ziehen. Als Führer verlangte ich dann von ihm einen jungen Mann für eine von mir festgesetzte Bezahlung. Nach einem furchtbar langweiligen Palaver, das bis in die Nacht hinein währte, einigten wir uns schließlich darauf, daß er seinen Sohn, welcher die Creeks gut kannte, als Führer mitgeben solle, wofür ich 4 Mk. zu zahlen hatte. Ein Geschenk, das mir der Kerl noch am Abend sandte, schickte ich wieder zurück, indem ich ihm sagen ließ, daß ich mit dem unverschämten Benehmen seiner Leute nicht zufrieden gewesen, und da er als „König“ dafür verantwortlich sei, wolle ich auch mit ihm keine Geschenke tauschen. Meine Leute hatten das Canoe an einer steilen Bank an beiden Seiten festgelegt, damit durch den Wechsel von Ebbe und Flut nicht Unheil entstände. Ich hatte mich in das Canoe auf die Lasten während der Nacht zum Schlafen niedergestreckt, erwachte aber plötzlich durch einen eigentümlichen Ruck und sah nun zu meinem Schrecken, daß die Leute das Fahrzeug zu kurz angebunden hatten, so daß dasselbe, da die Ebbe eingetreten war, in freier Luft umherhing und, für mich um so unangenehmer, vollständig schief, denn die eine Seite war auf einer vorspringenden Baumwurzel hängen geblieben. Ich durfte mich nun nicht eher rühren, als bis es mir gelungen, einige meiner Leute heranzurufen, mit deren Hülfe ich das Canoe ins Wasser herablassen konnte und so aus der unangenehmen Lage befreit wurde.
Mit Sonnenaufgang ließ ich am nächsten Tage abfahren, froh, von dieser Gesellschaft von Duallas Abschied nehmen zu können. Die Vegetation, welche wir anfangs vor uns hatten, bestand aus einer Übergangsvegetation, ehe wir in die Gebiete kamen, in denen wir nur die typische Mangroven-Formation vor uns hatten. Wiederholt sahen wir Krokodile, welche bei unserer Annäherung schleunigst sich unsichtbar machten. Hätten wir den Führer nicht bei uns gehabt, so hätten wir uns sicher in diesen Creeks verirrt, ein solches Labyrinth von Wasserläufen hatten wir zu durchfahren. Wiederholt schien es, als sei ein Tornado im Anzuge, der für uns sehr unangenehm werden konnte, da wir nirgends anlegen konnten. Als wir über den großen Möven-See fuhren, brach auch wirklich ein kleiner Sturm aus, der uns zwang, eine Zeit lang das Canoe zwischen die Mangroven zu bringen, da wir sonst unfehlbar umgeworfen worden wären. Bald erschien jedoch die Sonne wieder, so daß wir ohne großen Zeitverlust unsere Reise fortsetzen konnten. Eine solche Fahrt von einigen Stunden zwischen Mangrovengebüschen hindurch gehört zu den langweiligsten Touren, welche man je unternehmen kann. Nichts als stets dieselben Rhizophoraceen und Avicennien, selten außer Krokodilen ein lebendes Tier, höchstens hier und dort einige behend entfliehende Meerkatzen zu sehen, dazu die schwere, drückende Luft des Morastes und meist eine furchtbare Hitze, das sind die Erinnerungen, welche ich von allen derartigen Touren mit heimgenommen habe. Doch auch diese Fahrt erreichte ihr Ende. Gegen Mittag kamen wir vor der Nikol-Insel in der Nähe des Dorfes Dikulu in die offene See. Da meine Leute recht ungeübte Ruderer waren, war die Fahrt nicht ungefährlich, denn auf dem Wasser stand eine steife Brise, welche ziemlich hohe Wellen erzeugte; wir konnten uns auch nicht der Küste zu sehr nähern, da längs derselben große Mengen von Felsen zerstreut waren. Vor der Dikulu-Bucht ließ ich einmal zwischen den Felsen hindurch an das Land heranfahren, um kurze Zeit daselbst zu verweilen, denn wir hatten noch nichts genossen, und ich wollte schnell etwas Essen für die Leute kochen lassen. Nach etwa einstündigem Aufenthalte fuhren wir über die Dikulu-Bucht hinüber und bogen dann um die nächste Spitze in die schöne Bimbia-Bucht ein, in der wir gegen 4 Uhr bei N’Bamba landeten. Herr Rehbein, der Vertreter des Herrn Friederici, war zufällig in dem Hause, so daß ich sogleich mit ihm die nötigen Arrangements betreffs Beförderung meiner Lasten nach Victoria treffen konnte. Er war so freundlich, die Sachen zu übernehmen und am nächsten Tage, einem Sonntage, die Lasten durch einige Yaunde-Arbeiter unter Führung eines meiner Jungen, den ich zu dem Zwecke in N’Bamba zurückließ, nachzuschicken. Die vier in Mundame gemieteten Leute und der Führer aus den Mungo-Dörfern sollten am nächsten Tage das Canoe nach Kamerun bringen, um es daselbst bei der Faktorei von Jantzen & Thormählen abzugeben. Ich selbst ging mit einem Jungen und mit einem Träger noch am Nachmittag nach Victoria weiter über Land. In Victoria traf ich dann am Abend ein, froh, daß alles so glücklich abgelaufen war. Leider wurde ich daselbst gleich mit einer Nachricht empfangen, welche mich tief erschütterte, Plehn sei auf seiner Expedition nach den Gegenden des Yong durch einen vergifteten Pfeil getötet worden. Fast wollte ich meinen Ohren nicht trauen, als ich das hörte. Welch ein Schicksalsschlag war das wieder für die Kolonie, wieder war einer der tüchtigsten Beamten verloren, der nicht so leicht zu ersetzen sein wird, denn Dr. Plehn hatte unter den so schwierigen Verhältnissen die Sanga-Ngoko-Expedition in einer Weise geführt, daß selbst seine Neider ihm ihre Bewunderung nicht versagen konnten.
Für die nächste Zeit war ich nun leider an Victoria gebunden, da sich keine Gelegenheit bot, nach dem Süden zu gelangen. Es war höchst unangenehm für mich, immer mehr von meiner kostbaren Zeit durch unnützes Warten in dieser Weise zu verlieren. Ich benutzte daher die Zeit mit Einpacken eines großen Teiles meiner Lasten für Togo sowohl, als auch aller nun überflüssigen für Europa. Am 8. Februar kam endlich die „Nachtigal“ von Kamerun mit der Strafexpedition des Herrn Hauptmann v. Besser, welche, von Victoria aus ins Innere marschierend, erst die Bangwa, die Mörder des Herrn Conrau, bestrafen und dann nach den Cross-Schnellen vorgehen sollte, wo die Eingeborenen den Leutnant v. Queiß niedergemacht hatten. Am 10. Februar benutzte ich die Gelegenheit, mit der „Nachtigal“ nach Kamerun zu fahren, von wo aus ich eher Gelegenheit, nach dem Süden zu kommen, erhoffen konnte. Bei dem Vertreter der Firma Jantzen & Thormählen, welche mich in jeder Weise während meines Aufenthaltes in Kamerun unterstützt hatte, fand ich Aufnahme für die Zeit meiner gezwungenen Ruhe in Kamerun. Herrn Gouverneur Köhler, welcher den inzwischen nach Europa abgereisten Herrn Gouverneur v. Puttkamer vertrat, stattete ich kurzen Bericht über meine Bakossi-Reise ab und besprach mit ihm die Möglichkeit meiner Togo-Reise, auf der er mich in jeder Weise zu unterstützen versprach.
In Kamerun hatte ich während meines damaligen Aufenthaltes Gelegenheit, die äußerst ungünstigen Handelsverhältnisse des Platzes kennen zu lernen, welche durch die maßlose Konkurrenz der vielen dort ansässigen Firmen hervorgerufen worden waren. Die Kaufleute hatten zwar unter sich ein Syndikat gebildet, welches den Zweck hatte, die Preise möglichst zu halten, doch konnte sich auch das nicht bewähren.
Der Kautschuk, den ich hier von den Duallas zum Verkauf angeboten sah, bestand aus kleinen Stücken von der Größe eines Pfennigs, so daß man glauben sollte, ein Betrug wäre in solchem Falle nicht möglich. Doch auch hier hatte der schlaue Negerkopf ein Mittel ausfindig gemacht, mit dessen Hülfe er den Europäer betrügen konnte. Der nasse Kautschuk wurde einfach mit Sand vermischt und dann dem Weißen erst verkauft. Wenngleich man auch sofort sehen konnte, daß der Neger dieses Mittel angewendet hatte, um mehr Gewicht in seiner Ware zu erzielen, so wußte man doch nicht zu schätzen, wie viel Sand in der Menge vorhanden war. Den Kautschuk zurückzuweisen, wäre auch nicht angebracht gewesen, da der Betrüger seine Ware sicher bei einem Konkurrenten abgesetzt hätte. Dass unter solchen Verhältnissen ein Handel in dem Orte Kamerun sich nicht heben kann, muß jedem denkenden Menschen einleuchten. So ist es auch zu erklären, daß die Kaufleute am Kamerun-Flusse klagen, daß sie nichts verdienen, während ihre Kollegen an der Südküste bedeutenden Gewinn, besonders aus dem Kautschukhandel, erzielen sollen.
Nachdem ich eine volle Woche umsonst in Kamerun gewartet hatte, bot sich mir endlich am 16. Februar eine Gelegenheit, die Reise nach der Südküste zu machen. Wie bedauerte ich damals, daß ich mich nicht länger im Bakossi-Gebiete oder in der Umgegend aufgehalten hatte, statt hier in Kamerun so lange fast zwecklos umhersitzen zu müssen. Doch ich war zur Küste gekommen, da ich unter dem Eindrucke war, daß mich die „Nachtigal“ nach dem Süden bringen sollte.
Es sollte offenbar alles nicht recht gehen, denn erstens kam der englische Dampfer, welcher für die Fahrt nach dem Süden bestimmt war, nicht vor dem 17. Februar fort, zweitens aber sollte er, was sonst fast nie vorkam, die sämtlichen kleinen Plätze vor Groß-Batanga besuchen, um dort Fracht zu löschen; ich konnte also nicht erwarten, vor dem 20. Februar in Groß-Batanga einzutreffen, während ich unter den gewöhnlichen Umständen dort bereits einige Stunden nach der Abfahrt von Kamerun angelangt wäre. Was half es, ich hatte mich zu fügen. Ob ich bis nach Campo kommen würde, wie ich ursprünglich beabsichtigte, war eine Frage der Umstände, die sich erst später ergeben mußte; ich hatte allerdings sehr geringe Hoffnung, das alles noch bis Ende des Monats ausführen zu können.
Am 17. Februar lichtete die „Lagos“ die Anker und begann die Reise flußabwärts nach der Mündung des Kamerun-Flusses. Um Kap Swellaba herum dampften wir in die offene See hinaus, um uns dann bald wieder der Küste zu nähern. Bei Klein-Batanga waren wir so nahe derselben, daß wir ohne Fernglas mit Leichtigkeit die Häuser zählen konnten. Nur langsam kamen wir fort, da es auf der See etwas neblig wurde, bis wir gegen 4 Uhr vor Longji zu Anker gingen. Da wir in ziemlicher Entfernung von der Küste lagen, war gar nicht daran zu denken, noch an demselben Tage den Cargo für diesen Küstenplatz zu löschen. Wir blieben daher über Nacht liegen, um am 18. Februar noch den Rest der Ladung für Longji an Land zu schaffen. Erst gegen 11 Uhr konnten wir wieder abdampfen. In Plantation, einer kleinen Handelsniederlassung, welche wir von Longji aus bereits mit Leichtigkeit sehen konnten, wurde wieder angehalten. Hier gab es wieder einen großen Cargo auszuladen, so daß mir der Kapitän sogleich erklärte, daß er nicht vor Mittag des nächsten Tages abfahren könne. Ich ging an Land. Da in den letzten Jahren sich der Kautschukhandel der Südküste hauptsächlich nach Plantation gezogen hatte, bot der Platz einiges Interessante für mich dar. Ich erfuhr hier Näheres über die Distrikte, aus denen der größere Teil des Kautschuks zu kommen schien, sowie über die Behandlung des gekauften Produktes. Zu meiner Freude hörte ich, daß auch hier der größte Teil des Produktes in kleinen Stücken exportiert werde, nachdem er vorher noch gereinigt und getrocknet sei. Dem ist es wohl auch zum großen Teile zuzuschreiben, daß der Kautschuk der Südküste im allgemeinen einen besseren Preis auf dem europäischen Markte erzielt, als der vom Kamerun-Flusse exportierte. Nach allem, was ich hier vernahm, scheint ein nicht geringer Teil des von der Südküste stammenden Kautschuks aus weiter Entfernung von der Küste zu kommen, besonders aus der Gegend hinter Ekbolowa im Buli-Lande, welche gar nicht sehr weit von dem oberen Dja entfernt sein kann. Über diesen Ort Ekbolowa dürfte wohl auch in späterer Zeit, wenn wir erst das Hinterland von Kamerun mehr geöffnet haben werden, sich ein nicht unbedeutender Handel mit den Ngoko-Regionen entwickeln. Daß bereits einige Artikel auf diesem Wege von Hand zu Hand bis in die Ngoko-Regionen vorgedrungen sind, ist durch ein Gewehr erwiesen, welches Dr. Plehn aus Kunabembe erhielt, das nachweislich von einer Firma an der Südküste in den Handel gebracht worden war.