1894 4771 Tonnen im Werte von 16148120 Mk
1895 5424 18819850
1896 7191 25108210

so daß also unser großes Emporium augenblicklich einen mehr als sechsfach so bedeutenden Kautschukhandel hat als Antwerpen und fast ein Viertel der gesamten Weltproduktion nach Hamburg gelangt.

Weit weniger erfreulich stellt sich aber die Sache dar, wenn wir den Herkunftsländern des in den Hamburger Handel gelangenden Kautschuks nachgehen. Nicht weniger als 3832 Tonnen, also über die Hälfte der gesamten Einfuhr, gelangt erst über andere europäische (nicht deutsche) und nordamerikanische Häfen nach Hamburg, darunter 2895 über Großbritannien, 209 über Belgien, 174 über Frankreich, 117 über Portugal, 138 über die Niederlande, 131 über die Vereinigten Staaten etc. Aus Brasilien kommen nur 69 Tonnen direkt, aus Afrika dagegen 2864, d. h. fast ein Drittel der gesamten afrikanischen Ausfuhr, darunter

aus Deutsch-Westafrika  305
Deutsch-Ostafrika 1700
dem übrigen Westafrika  204
Sansibar   51
dem übrigen Ostafrika  326
Madagaskar  276

Es wird hierdurch also die auch sonst, geltende Regel bestätigt, daß der Handel der Flagge folgt; nur Westafrika teilweise, sowie Madagaskar, wo gerade viele deutsche Häuser ansässig sind, machen darin eine Ausnahme; schon Sansibar exportiert trotz der vielen dort ansässigen deutschen Häuser den größten Teil nach England, und nur von den deutschen Schutzgebieten geht der größte Teil (⅔ bis ¾) direkt nach Deutschland.

Wir sehen also aus diesen Erörterungen, daß

  1. der Kautschukhandel stetig und rapide wächst,
  2. Deutschland im Kautschukhandel eine hervorragende Stellung einnimmt,
  3. der Kautschukhandel sich im allgemeinen nach der Flagge des Landes richtet,
  4. der Kautschukexport Brasiliens stetig zunimmt,
  5. der Kautschukexport in Afrika nur noch im Congostaat beträchtlich zunimmt, in den meisten Ländern hingegen abnimmt,
  6. der Kautschukexport Deutsch-Westafrikas schon bedeutend abnimmt, derjenige Ostafrikas kaum mehr zunimmt.

Anhang II.

Gutachten über die von Lagos eingesandten Kautschukproben des chemischen Laboratoriums für Handel und Industrie (Dr. Rob. Henriques). Berlin.

Die von Herrn Schlechter am 1. März übersandten Proben, bestehend aus: