1. Milch einer Ficusart von Lagos,
  2. daraus gewonnener Kautschuk, kalt koaguliert,
  3. „  „ „ kochend koaguliert,
  4. kleine Probe Kickxiamilch von Lagos,

habe ich mit folgendem Resultat untersucht:

Zu 1. Die Ficusmilch stellte eine dünne, leicht bewegliche Flüssigkeit vom spezifischen Gewicht 0.98 dar. Eingesandt waren 75 ccm.

Die Milch koaguliert beim Ansäuern mit Essig- oder Mineralsäure nicht in der Kälte, wohl aber rasch in der Wärme, wobei sich der Kautschuk in Form eines Klumpens in bräunlich gefärbten Serum ausscheidet und aus diesem herausgenommen und gewaschen werden kann. Es wurden so gewonnen aus 50 ccm: 13.5 g feuchtes = 9.3 g trockenes Rohprodukt.

Gehalt des trocknen Rohprodukts an Asche: 0.18 pCt.,
Kautschukharzen: 22.6 pCt.

Der entharzte Ficus-Kautschuk war zwar kein erstklassiges Produkt, immerhin aber ein echter, mäßige Elastizität zeigender Kautschuk. Die sogenannten Kautschukharze bildeten eine weiße, anscheinend krystallisierte, in heißem Aceton lösliche feste Masse.

Die Proben sub 2 und 3 ergaben:

Zu 2. Wasser  8.21  pCt.,
Asche  1.70  „
Kautschukharz 31.02  „
Zu 3. Wasser  4.84  pCt.,
Asche  1.04  „
Kautschukharz 23.09  „

Die Probe 3 (kochend koaguliert) stimmte mithin mit dem von mir aus der Milch erhaltenen Produkt im wesentlichen überein. Die Ficusmilch durch Verdunstenlassen an der Luft zu koagulieren (wie No. 2), empfiehlt sich mithin nicht. Der aus 2 und 3 gewonnene entharzte Kautschuk stimmte unter sich und mit dem aus der Milch gewonnenen völlig überein.

In Anbetracht dessen, daß das Entharzen eines solchen Ficus-Kautschuks sich technisch sehr wohl ausführen läßt und daß das dann gewonnene Produkt ein weit brauchbarerer Kautschuk ist als der aus guten Flakes und derartigen Waren herzustellende, möchte ich den eventuellen Wert einer Rohware wie No. 3 auf etwa 4.50 Mark pro Kilo normieren. Kautschukhändler und -fabrikanten werden ihn aber wahrscheinlich etwas niedriger taxieren. Was die Taxen von dieser Seite betrifft, so möchte ich noch darauf hinweisen, daß größere Mengen von den Eingeborenen kaum so trocken hergestellt werden könnten wie diese kleinen von Herrn Schlechter koagulierten Mengen. Nasse Rohware von einem so großen Harzgehalt wie der vorliegende repräsentiert sich aber sehr schlecht und wird vorerst recht niedrig bewertet werden.