Sollte sich diese Lagos-Ficus auch in unseren Kolonien finden, so wären die Eingeborenen zu einem fleißigen Sammeln und Verarbeiten des Saftes anzuhalten, der immer ein billiges, für Sekundawaren wohl verwendbares Produkt liefern würde. Einen derartigen Baum aber plantagenmäßig anzupflanzen, dazu könnte ich nicht raten, selbst wenn die Ficus, worüber wohl nichts bekannt ist, besonders rasch anzapfungsfähig wäre. Für Anbau und Kultur sollten vorerst meines Erachtens nur solche Pflanzen in Frage kommen, die ein gutes, elastisches, auch ohne weitere Reinigung wenig Harz enthaltendes Produkt geben.
Zu 4. Die mit eingeschickte kleine Probe Kickxiamilch reichte eben hin, um daraus etwas Kautschuk zu koagulieren und mit dem der Preußschen Kickxiamilch von Kamerun zu vergleichen. Die Lagos- und Kamerun-Milch verhielten sich, betreffend die Art des Koagulierens, völlig gleich, und auch die daraus gefertigten Kautschukproben waren von gleicher Vorzüglichkeit.
Die wichtigsten der von Herrn Schlechter aus Westafrika mitgebrachten Kautschuk- und Kautschuksaftproben habe ich nunmehr untersucht, und erlaube ich mir, darüber folgenden Bericht zur Verfügung zu stellen:
1. Landolphia von Ngoko.
Spezies unbestimmt. Am 21. Oktober 1899 an Ort und Stelle koaguliert: 45 ccm der Milch wurden mit ebenso viel Wasser verdünnt und nach Zusatz von 5 ccm Bossassangasaft gekocht. Erhaltener Kautschuk: 16 g. — Aussehen: Wurstförmiges Stück, sehr elastisch. Trocken und gut. Weiß mit dunkeler Außenschicht.
| Analyse: | Kautschuk: | 82.28 | pCt. | Wasser: | 11.26 | pCt. |
| Kautschukharze: | 5.32 | „ | Asche: | 1.14 | „ |
2. Landolphia von Bonga am Sanga.
Spezies unbestimmt. Am 16. August 1899 an Ort und Stelle koaguliert. Aus 20 ccm erhalten 12 g Kautschuk. — Aussehen: Kleiner Kuchen von gleicher Farbe wie 1. Ebenfalls sehr elastisch und gut; wenn auch stark wasserhaltig, doch erstklassiges Produkt.
| Analyse: | Kautschuk: | 72.43 | pCt. | Wasser: | 21.20 | pCt. |
| Kautschukharze: | 1.06 | „ | Asche: | 0.31 | „ |
3. Kickxia elastica.