a) Milch derselben. In Ngoko direkt von dem Baum abgelassen und 700 ccm, versetzt mit 35 ccm Salmiakgeist (30 pCt.), in eine sofort versiegelte Weinflasche gefüllt. Trotz dieser Vorsichtsmaßregeln ist die Milch nicht unverändert in meinen Besitz gekommen. Ein großer Teil Kautschuk war freiwillig koaguliert. Von diesem wurde die Milch abgegossen, von der noch 300 ccm isoliert werden konnten; diese verhielt sich genau wie die im vorigen Jahre von mir untersuchte Kickxiamilch von Dr. Preuß (siehe „Tropenpflanzer“ 1899, S. 257 und „Gummizeitung“, XIII, 1899, No. 26). Spezifisches Gewicht: 0.990. Weder Mineral- noch organische Säuren fällen Kautschuk aus, ebenso wenig gelingt es mit dem zum Koagulieren der Landolphia verwendeten Bossassangasaft, die Kickxiamilch zum Koagulieren zu bringen, man muß vielmehr, wie ich schon früher schrieb, den Saft zum Kochen bringen (was sich auch mit dem Verfahren der Eingeborenen deckt) und gewinnt dann unter Rühren der mit Wasser verdünnten Milch, angesäuert oder nicht, den festen Kickxia-Kautschuk.

Über die eigentümlichen Koagulationserscheinungen, die dabei die Milch zeigt, soll an anderer Stelle berichtet werden. Der fertig koagulierte Kautschuk wurde in Stücke geschnitten, ordentlich gewaschen und an der Luft getrocknet. Zerschneidet man die größeren Stücke mit Scheren in kleinere (vielleicht Würfel von 2 bis 3 cm Seitenlänge), so gelingt es, selbst hier bei warmer Witterung in acht bis zehn Tagen den Kautschuk auf etwa 10 pCt. Wassergehalt zu trocknen, ohne daß man eine Oxydation zu befürchten hätte, besonders wenn man die trocknenden Massen öfter umschaufelt. Dies Verfahren dürfte sich zur Einführung bei den Wilden empfehlen, die oftmals monatelang trocknen, um eine trockene, bessere Ware zu erzielen.

Die 300 ccm Milch — es wurde nur eine gemessene Menge verarbeitet — enthalten 104.5 g Kautschuk von der Zusammensetzung:

Kautschuk: 82.17 pCt. Wasser: 10.10 pCt.
Kautschukharze:  6.72 Asche:  1.01

Der freiwillig koagulierte Kautschuk aus der Milch wog nach dem Waschen und Trocknen 217 g und enthielt:

Kautschuk: 82.39 pCt. Wasser: 10.57 pCt.
Kautschukharze:  6.35 Asche:  0.69

Es ergaben also 700 ccm Milch 321½ g Verkaufsware mit rund 10 pCt. Wasser = rund 46 pCt. vom Milchvolum.

b) 1.628 l Kickxiasaft, von Schlechter am 13. September 1899 in Ngoko durch Kochen der verdünnten Milch koaguliert, gaben 870 g Kautschuk folgender Zusammensetzung:

Kautschuk: 84.86 pCt. Wasser:  9.99 pCt.
Kautschukharze:  4.96 Asche:  0.19

Diese sowie die folgenden Sorten c) und d) dürften aber zur Zeit der Wägung bedeutend wasserreicher gewesen sein, als sie es in dem Zustand waren, wo sie analysiert wurden. Vergl. die Ausbeute aus Milch (desselben Baumes) und Schlechters Angaben.