England stellte 54(?) Schlachtschiffe, darunter 3 mit über 100 Kanonen, 4 mit 90, 16 mit 60–80, 9(?) mit 50–58 Kanonen; 8 Fregatten; 24 Brander.
Das französische Geschwader zählte 27 Schlachtschiffe, eins mit 100 die übrigen mit 50–70 Kanonen, 3 Fregatten und 10 (18?) Brander.
Die englischen Schiffe führten eine große Zahl Soldaten für die Landung an Bord, 6000 Mann standen in Yarmouth zum Einschiffen bereit. Die Gesamtflotte war eingeteilt: Vorhut Prinz Rupert[192] („Royal Charles“ 100 Kanonen), Vizeadmiral Harman, Kontreadmiral Chichely; Mitte Comte d'Estrées („Reine“ 104 Kanonen), Vizeadmiral des Ardens („Terrible“ 70 Kanonen), Kontreadmiral de Grancey („Orgueilleux“ 70 Kanonen), (Ardens und Grancey waren dem Range nach Chefs d'Escadre); Nachhut Admiral Spragge, Vizeadmiral Kempthorne, Kontreadmiral Butler.
Obgleich Rupert den Oberbefehl hatte — sein Geschwader führte auch die rote Flagge — nahm er doch die Vorhut und ließ d'Estrées — Geschwader mit der weißen Flagge —, die Mitte. Nach den englischen und den holländischen Quellen soll es geschehen sein, um die Franzosen zwischen den beiden englischen Geschwadern zu haben, da man ihnen nach den Erfahrungen im Vorjahre nicht traute. Die neuesten englischen Autoren, wie z. B. Clowes, nehmen sogar als feststehend an, daß in der Schlacht am 7. Juni die Division des Ardens in das rote, die Division de Grancey in das blaue Geschwader und dafür englische Divisionen in die Mitte eingestellt seien; Angaben im „Leben Ruyters“ scheinen dies zu bestätigen. Die französischen Quellen aber wissen hiervon nichts; daß die Franzosen in die Mitte genommen wurden, geben sie zu; einige von ihnen führen auch als Grund das Mißtrauen der Engländer an.
Prinz Rupert.
Die erste Schlacht bei Schooneveld, 7. Juni 1673. Am 1. Juni hatte Ruyter zur Übung mit seiner Flotte taktische Bewegungen gemacht und war mittags außerhalb der Sände zu Anker gegangen; abends meldeten die Vorposten das Nahen der Verbündeten. Auch diese ankerten, weil es schon zu spät war, um etwas zu unternehmen. Am folgenden Tage gingen zwar beide Flotten unter Segel, es kam aber wegen flauen Windes nicht zur Annäherung, und vom 3. bis zum 6. hinderte stürmisches Wetter weitere Unternehmungen; den 6. benützten beide Flotten, ihre Ankerordnung wieder herzustellen, weil viele Schiffe vertrieben waren. Am 7. Juni lichteten die Verbündeten vormittags Anker und kamen in Halbmondform (Dwarslinie?) heran. Ruyter hatte den Angriff für diesen Tag erwartet und „kurz Stag“ hieven lassen,[193] um zum Gegenstoß im geeigneten Augenblick bereit zu sein.
Die Nachrichten über diese Schlacht — geschlagen an einem holländischen Bußtage und am Jahrestage von Solebay — sind mangelhaft; ihr wahrscheinlicher Verlauf sei kurz geschildert.[194]