Schiffeüber 80 K.70–8050–7030–40KleinereBranderGaleren
Franzosen:[1)]91010228(9?)
Holländer:[2)] 310464
Spanier:[3)] 1 3519

[1)] Französische Galeren sind nicht dabei gewesen, wie einige Quellen sagen; sie kamen erst später als Bedeckung des großen Transportes nach Messina.

[2)] Die Holländer sind dieselben wie bei Stromboli, also meistens 50-Kanonen-Schiffe.

[3)] Nach französischen Angaben waren die Spanier noch schwächer armiert, als hier in den Klassen einrangiert; jedenfalls führten sie sehr schwache Kaliber — nur sechs 32-Pfünder in Summa —, waren sehr schwach bemannt und ungenügend mit Munition etc. versehen. den Haen berichtete z. B., daß sie keine Reservesegel an Bord gehabt, daß die Offiziere Teile der Munition, des Proviants und Materials verkauft hätten.

Auf seiten der Verbündeten bildeten die Holländer Vor- und Nachhut unter Ruyter und den Haen, die Spanier die Mitte (von den Holländern ihnen „aus Ehrerbietung für den König“ überlassen) unter de la Cerda; die Galeren standen unter de Bayona. Bei den Franzosen befanden sich als Flaggoffiziere: Vorhut Generalleutnant d'Alméras; Mitte du Quesne; Nachhut de Gabaret; hinzutraten als Divisionsführer die Chefs d'Escadre de Valbelle, de Tourville, de Preuilly.

Am 22. April morgens sichteten sich die Gegner; die Franzosen standen etwa 18 Seemeilen nördlich von Agosta bei flauem Nordwestwinde zu Luward; du Quesne bildete die Gefechtslinie und steuerte heran, Ruyter hielt zunächst von der Küste ab. Gegen Mittag wurde es still, dann kam leichter Südwind auf; jetzt stand Ruyter zu Luward und näherte sich seinerseits zum Gefecht. Bei der Flaute gebrauchte er längere Zeit, um Mitte und Nachhut zur Bildung der Gefechtslinie heran kommen zu lassen; um 3 Uhr Nachmittags hielt er dann zum Angriff ab.

Der Verlauf der Schlacht. Ruyter führte sein Geschwader auf die Vorhut des Feindes. Sein Stoß (4 Uhr) war sehr erfolgreich. Bald fällt d'Alméras, 2 Kommandanten werden schwer verwundet und einige Schiffe zeitweise außer Gefecht gesetzt; das französische Geschwader gerät infolgedessen in Unordnung. Ruyter soll beabsichtigt haben, die feindliche Vorhut zu durchbrechen und von ihrer Mitte abzuschneiden; dies gelang nicht und hätte auch nicht dazu geführt, die feindliche Mitte mit Übermacht anzugreifen. Die Spanier nämlich folgten nicht eng aufgeschlossen der Vorhut, hielten nicht zum Nahkampf ab, sondern führten ein Feuergefecht auf weite Entfernung. So kam auch den Haen, der seinerseits auf die Spanier aufgeschlossen fuhr, zunächst nicht ins Gefecht. Aufgebracht hierüber und ungeduldig setzte er sich an die Spitze seines Geschwaders (gegen 5 Uhr) und suchte den Nahkampf, gleichzeitig mit dem Bestreben, sich an Ruyter anzuschließen; um dieses Manöver zu unterstützen, braßte Ruyter back.[214] Auch auf französischer Seite strebte du Quesne, von den Spaniern nicht angegriffen, nach vorn seiner bedrängten Vorhut zu; so hatte Ruyter das Feuer der an ihm vorüberziehenden feindlichen Mitte auszuhalten. Der zweite und Hauptmoment der Schlacht scheint dann ein Kampf zwischen den beiden holländischen Geschwadern und der französischen Mitte und Nachhut gewesen zu sein; längere Zeit lagen sich Ruyter, unterstützt von einem Schiff unter Graf Styrum, und du Quesne, unterstützt von Tourville und Preuilly, gegenüber.

„Eine halbe Stunde etwa, nachdem der Kampf heftig geworden war,“ also dicht vor oder dicht nach dem Backbrassen, fiel Ruyter; ihm war der linke Fuß und der rechte Unterschenkel zerschmettert, die erste Verwundung in seinem Leben. Sein Flaggkapitän, Callenburgh, führte das Geschwader mit Umsicht weiter, aber auch der Admiral gab noch Anordnungen, wie er auch später noch den Bericht über die Schlacht aufsetzte.