Die Schweden segelten nach dem Gefecht nördlich, die Verbündeten westlich. Zu diesen stieß am 7. bei Falsterbo Tromp, der auf die Nachricht von dem Gefecht sofort mit 4 schweren dänischen und 3 neuangekommenen holländischen Linienschiffen in See gegangen war. Tromp sucht jetzt mit der so verstärkten Flotte den Feind, sichtet ihn am 9. unter der schwedischen Küste und verfolgt ihn. In der Nacht aus Sicht gekommen, wird er am 10. mittags durch die Fregatten wiedergefunden, am 11. vormittags endlich erreicht und zwischen Bornholm und Öland bei günstigem Winde (Westnordwest) angegriffen.
In dieser Schlacht bei Ertholm (Christiansö) oder Öland wurde nicht lange rangiert gefochten. Die Verbündeten griffen von Luward an; Tromp selbst („Christian V.“ 86 Kanonen) engagierte das schwedische Flottenflaggschiff „3 Kronen“ (120 Kanonen; 800 Mann, wohl mit das mächtigste Schiff damaliger Zeit). Dieses wollte nach Abgabe der ersten Breitseite wenden, um die andere Lage zu feuern; die Luvgeschütze wurden bei Bemannung der anderen Seite zu früh verlassen und nicht festgesetzt, sie gingen über und das Schiff lag zum Kentern; die brennenden Lunten fielen dabei zwischen aufgehäufte Kartuschen und das Schiff flog auf. Der Unfall rief Schrecken und Unordnung in der Flotte hervor, verschiedene Schiffe hielten ab. Der Vizeadmiral Ugla, einer der wenigen Seeleute in höheren Stellen, leistete mit einigen Schiffen kräftigen Widerstand, aber auch sein Schiff (86 Kanonen) flog in die Luft. Es hatte im Kampfe mit Tromp so schwer gelitten, daß es die Flagge strich. Als schon ein Boot unterwegs war, um es in Besitz zu nehmen, wurde es durch einen holländischen Brander ohne Befehl in Brand gesetzt (Tromp äußert sich empört über diesen Verstoß gegen Kriegsbrauch). Nun erfolgte regellose Flucht der Schweden; jedes Schiff trachtete nur danach, sich dem Kampfe zu entziehen und irgend einen Hafen zu erreichen; dabei wurden 2 Linienschiffe und 2 kleinere eingeholt und genommen. Die Verbündeten verfolgten 2 Tage, sie sahen 4 Schiffe an der Küste stranden; zwei davon gingen verloren, darunter das dritte Flaggschiff. Die Holländer und Dänen hatten keine nennenswerten Verluste und Beschädigungen.
Mit Verlust von 8 Linienschiffen, darunter die 3 Flaggschiffe der Geschwader, wurden die Schweden in voller Auflösung und schwer beschädigt in ihre Häfen gejagt; Tromp ging dann in die Kjögebucht, um weitere Befehle einzuholen. Der Sieg wurde auch sofort strategisch ausgenutzt. Die Schweden zeigten sich in diesem Jahre nicht mehr außerhalb der Häfen, und so konnte eine schon vorbereitete Landung in Schonen ausgeführt werden. Tromp ging mit einem Teil der Flotte nach Ystadt, warf 4000 Soldaten und Matrosen an Land und nahm die Stadt; dann landete der König selbst unter dem Schutz von 11 Kriegsschiffen auf 600 Fahrzeugen 16000 Mann zwischen Helsingborg und Landskrona und eroberte auch diese Städte sowie später Christianstadt leicht. Von See aus wurden durch die Flotte noch Karlshamn und Christianopolis genommen.
Zur Zeit der Landung in Schonen war auch Evertsen mit dem Rest der holländischen Hilfsflotte in Kopenhagen eingetroffen. Er war durch Mannschaftsmangel (häufig in Seeland; infolge des Freibeutereidienstes?) so lange aufgehalten, dann hatte er im Verein mit dem Geschwader für Schutz der Fischerei in der Nordsee vergeblich ein schwedisches Geschwader vor der Elbe und an der Küste Norwegens gesucht. Er übernahm nun den Oberbefehl über die Holländer; Almonde ging, wie uns bekannt, nach dem Mittelmeer, um hier den Oberbefehl zu führen.
Hiermit fanden für 1676 die wichtigen Ereignisse zur See ein Ende. Holländer und Dänen kreuzten noch bis zum Herbst an den pommerschen und schwedischen Küsten, dann gingen jene heim und diese legten auf. Es trat die übliche Winterruhe ein, die Holländer waren auch wohl der Ansicht, Schweden für ihre Zwecke vorläufig genügend geschwächt zu haben.
Im Landkriege war jedoch das Glück den Dänen nicht beständig, ihr Fortschritt in Schonen kam zum Stehen. Ein Versuch, sich Gothenburgs und der dort liegenden Schiffe zu bemächtigen, schlug fehl; Christianopolis, Karlshamn und Helsingborg gingen wieder verloren.
Niels Juel.
Im Jahre 1677 betrieb Schweden eifrigst mit französischem Gelde die Rüstung seiner Flotte; Dänemark erbat und erhielt wiederum Unterstützung von Holland. Tromp war in Person zu diesem Zweck und um weitere Leute anzuwerben nach Holland gegangen; er selbst, seit Ruyters Tod zum Generalleutnantadmiral befördert, erhielt ein weiteres Jahr Urlaub. Das neue holländische Geschwader, mit Tromp und 1500 Matrosen für Dänemark an Bord, traf am 11. Juli bei Kronenburg ein.