Schon vorher hatte Niels Juel mit seinen Dänen große Erfolge errungen. Er verlegte einem schwedischen Geschwader von 17 Segeln, worunter 8 Linienschiffe, das sich von Gothenburg durch den Belt nach Osten begeben und mit der Hauptflotte vereinigen wollte, auf der Linie WarnemündeGjedser den Weg (11. Juni) und nahm in zweistündigem Kampfe 5 Linienschiffe sowie 2 kleinere. Am 11. Juli erschien die Hauptflotte der Schweden — 37 Linienschiffe, 10 Fregatten, 2 Brander unter Admiral Horn — bei Falsterbo und griff bei günstigem Winde die ihm in der Kjögebucht entgegentretenden Dänen — 25 Linienschiffe, 5 kleinere, 3 Brander unter Niels Juel — an. Der Angriff dieser überlegenen Macht wurde mit Tapferkeit ausgeführt, aber mit wenig Ordnung; es zeigte sich dann die größere Kriegsfertigkeit der Dänen. Juel hielt, obgleich man gerade besonders ihn angriff und er dreimal sein Flaggschiff wechseln mußte, stets die Ordnung aufrecht, gewann den Wind, schnitt einen Teil des Feindes ab und dublierte diesen. Die Schweden wurden vollständig geschlagen — mindestens 4 Linienschiffe wurden genommen, 4 vernichtet — und zogen sich größtenteils schwer beschädigt fluchtartig in ihre Häfen zurück. Bastiansze Scheppers, der mit seinen Holländern gerade den Sund heraufkam, erfuhr, daß 3 Schweden der geschlagenen Flotte auf dem Wege nach Gothenburg in Malmö eingelaufen seien. Er teilte sein Geschwader, besetzte das Fahrwasser bei Kronenburg und bei den Drogden, der Rest suchte die genannten Schiffe. Man traf sie noch in Malmö an, nahm eins und vernichtete die andern durch Brander.

Dieser große Seesieg war von bedeutendem Nutzen für den Landkrieg. Auch 1677 war das dänische Heer nicht erfolgreich. Ein Versuch nach dem Siege bei Warnemünde, sich Malmös zu bemächtigen, mißlang, und am 24. Juli griffen die Schweden die Hauptstellung vor Landskrona an. Nach blutiger Schlacht, an der beide Könige teilnahmen, behaupteten sie das Schlachtfeld; die Dänen mußten sich auf die Stadt zurückziehen. Die völlige Niederlage der schwedischen Flotte erlaubte nun aber eine Diversion mit der eigenen; diese erhielt den Befehl, die schwedische Küste im Rücken der feindlichen Armee zu beunruhigen und zu brandschatzen, insbesondere Kalmar anzugreifen.

Der Stoß wurde gegen die Küste von Smaland und gegen die Insel Öland geführt. Der größere Teil der dänischen Flotte unter Juel traf am 11. August in diesen Gewässern ein, die Holländer folgten erst später und ebenso Tromp mit dem Rest der Dänen. (Der Grund der Verzögerung lag wohl in Reibungen, die gerade nach dem Erfolge der Dänen entstanden zu sein scheinen: Scheppers wollte nicht unter dänischem Oberbefehl stehen und Tromp begann zu fühlen, daß man ihm nicht mehr die bisherige Hochachtung zollte.) Nun begann ein barbarisches Werk der Zerstörung, das man nur mit dem alten Haß zwischen den Dänen und Schweden erklären und in etwas damit entschuldigen kann, daß auch auf den genommenen schwedischen Schiffen die Order vorgefunden war, „im Falle des Sieges die dänischen Lande mit Feuer und Schwert zu verwüsten.“

Die dänische Flotte hatte schon vor Tromps Ankunft verschiedene Dörfer, Schlösser und die kleine Stadt Münsteräs an der Küste Smalands verbrannt. Nun versuchten die Dänen von Norden, die Holländer von Süden in den Kalmarsund vorzudringen, um die dort liegenden Kriegsschiffe (etwa 12) zu zerstören; es war jedoch nicht möglich, weil die Schweden im Fahrwasser die Seezeichen entfernt und Schiffe versenkt hatten. Auch ein Versuch, durch eine Landung von 2000 Mann sich der Stadt Kalmar zu bemächtigen, schlug fehl, man konnte nur die Vorstadt verbrennen und die Umgegend verwüsten. Endlich wurde (28. August) im Norden und Süden auf Öland gelandet; ein Festsetzen, um von hier aus gegen Kalmar vorzugehen, war jedoch wieder nicht möglich, da man die Feste der Insel nicht zu nehmen vermochte. So verbrannte man sämtliche Häuser auf der Insel, die Kirchen ausgenommen, trieb alles Vieh, an 2000 Kühe und Schafe, weg und schiffte sich wieder ein.

Nach Verwüstung der Umgegend Kalmars und der Insel Öland wurde Tromp mit einem Teil der dänischen Flotte und der gesamten holländischen nach Kopenhagen zurückgerufen (Anfang September); Niels Juel verblieb an der Küste Smalands. Er brandschatzte hier weiter in der Nähe Westerviks, erzwang sich am 11. September mit kleineren Kriegsschiffen Eingang in den befestigten Hafen und verbrannte den Ort sowie die dort liegenden Kriegs- und Kauffahrteischiffe; dann lag er bis zum Winter zur Beobachtung des Feindes bei Gothland.

Damit enden in diesem Kriege die wichtigeren Unternehmungen zur See, die von seiten Dänemarks und Hollands gegen Schweden unmittelbar gerichtet waren. Die schwedische Flotte verließ 1678 ihre Häfen nicht. Sie hatte genug mit der Ausbesserung der wenigen noch kampffähigen Schiffe zu tun; die Nation hatte das Vertrauen auf ihre Marine verloren, es war nicht möglich, brauchbaren Personalersatz zu erhalten. Auch als sie sich 1679 wieder zeigen wollte, wurde sie von Juel im Schach gehalten. Dänemark beherrschte bis zum Schluß des Krieges die Ostsee, so daß Schweden auch nicht imstande war, nach Pommern die so nötige Unterstützung zu senden.

Der Krieg In Pommern dagegen bringt in den Jahren 1677 und 1678 noch einige erwähnenswerte Ereignisse. Die im September 1677 von Smaland zurückgezogenen dänisch-holländischen Seestreitkräfte wurden bestimmt, Rügen zu erobern. Sie erschienen unter dem König und Tromp am 17. September 1677 zwischen Wittow und Jasmund und landeten 4000 Mann; nur etwas Kavallerie, bald durch das Feuer der Schiffe vertrieben, versuchte vergeblich die Landung zu hindern. Verstärkungen trafen von Dänemark und auch vom Großen Kurfürsten ein — dieser belagerte seit Juli Stettin, Tromp stellte sich ihm Ende September dort vor — und so wurde die Insel leicht erobert; die Schweden unter Graf Königsmark mußten sich auf Stralsund zurückziehen. Von hier aus aber eroberten sie Ende 1677 die Insel wieder, wobei die dänischen Truppen fast sämtlich gefangen genommen wurden. Die dänischen Schiffe kreuzten im übrigen bis zum Winter vor der pommerschen Küste; die Holländer gingen im Herbst, wiederum einen großen Convoi geleitend, heim.

Die kleinen brandenburgischen Flottillen fanden 1676 und 1677 Verwendung zur Blockade der Häfen von Stralsund, Greifswald und Stettin. Im Juni 1676 hatten sie das Glück, eine schwedische Fregatte und einen Brander zu nehmen, die nach einem der Gefechte von ihrer Flotte abgekommen waren; diese wurden als die ersten „kurfürstlichen“ Schiffe in Dienst gestellt.

Für das Jahr 1678 gelang es Dänemark nicht, die Unterstützung durch eine holländische Flotte zu erhalten, nur neue Werbungen in den Niederlanden wurden gestattet; Holland stand schon in Friedensunterhandlungen mit Frankreich. Infolgedessen setzte nun die nationale Partei der dänischen Marine die Abdankung Tromps durch. Dieser war über den Undank sehr empört, trotzdem bewog er den größten Teil der holländischen Offiziere und Mannschaften, die in dänischem Dienste standen, zu bleiben; über die Entlassung ihres Admirals gleichfalls entrüstet, hatten auch sie den Abschied verlangt; es war fast zu Meuterei gekommen. Nach Holland zurückgekehrt, trat Tromp nicht mehr auf, er zog sich bald ins Privatleben zurück. 1691 wurde er zwar als Oberbefehlshaber der vereinigten englisch-holländischen Flotte in Aussicht genommen, er war jedoch krank und starb am 29. Mai dieses Jahres. Vor dem Verlassen der Ostsee sollte er aber das letzte größere Unternehmen zur See hier noch mitmachen.

Im Januar 1678 war Stettin nach langer Belagerung gefallen, die Schweden verloren immer mehr Boden in Pommern und die Verbündeten planten aufs neue die Eroberung Rügens; der Große Kurfürst hatte hierzu Tromp zu sich berufen.