Die Mörserboote (1683 waren es 7) sollten ein konzentrisches Feuer auf die Befestigung der Mole (150 Kanonen?), auf die dahinter liegenden Schiffe und auf die Stadt selbst richten: die Beschießung sollte nur während der Nächte vor sich gehen, tagsüber wollte man die Boote dem feindlichen Feuer entzogen halten. Auf die Liegeplätze der Galioten — etwa 1100 m von der Mole — wurden durch Schiffsboote schwere Anker gelegt und von diesen Leinen — mehrere aufeinandergesteckt — zu 7 Linienschiffen geführt, die radial hinter der Galiotenposition, außerhalb Schußweite der Befestigungen, verankert waren. Mit diesen Leinen, über ihr Deck genommen, verholten sich die Fahrzeuge; sie waren somit imstande, ohne fremde Hilfe leicht und sicher erst kurz vor dem Gefecht ihre Posten einzunehmen und sich nach Schluß in den Schutz eines starken Schiffes zurückzuziehen; auch konnten sie während des Kampfes ihre Lage ändern, falls das feindliche Feuer es wünschenswert machte. Zur Sicherung gegen einen Angriff mit Booten oder Galeren wurden jeder Galiote 2 armierte Schiffsboote oder schwere Schaluppen, die zu diesem Zweck besonders mitgenommen waren, zugeteilt.

Die ganze Stellung ward noch dadurch verstärkt und bewacht, daß auf jedem Flügel ein Linienschiff ankerte; auch für diese waren Anker ausgelegt und auch sie lagen nur nachts dort. Vor den Linienschiffen endlich lagen Boote auf Vorposten, und zwischen den Galioten und der Mole gingen 4 schwere Schaluppen vor, die mit Geschützen für Brandgeschosse armiert waren.

Bombardement von Algier, 1683.

Am 23. Juli 1682 traf du Quesne zum ersten Angriff vor Algier ein; mit den Schiffen, die bereits die Stadt blockierten, zählte seine Flotte 11 Linienschiffe, 2 Brander, 5 Mörserboote und 15 Galeren. Durch Erkundungen und ungünstiges Wetter hingehalten, konnte er erst am 13. August zum Angriff übergehen. Dieser war folgendermaßen angesetzt: Zwei Gruppen — je 2 Linienschiffe im Schlepp von Galeren — sollten die detachierten Forts im Norden und Süden der Stadt beschäftigen, die übrigen Linienschiffe mit den Galioten, diese zu beiden Seiten des Admirals, sollten von Galeren auf Ankerplätze in Front der Mole geschleppt werden; als aber eben die ersten Schiffe zu Anker gehen wollten, mußte das ganze Unternehmen aufgegeben werden, da plötzlich sehr starker ablandiger Wind aufkam. Am 15. meldete der Chef der Galeren, auf seinen Fahrzeugen ginge das Wasser zu Ende. Du Quesne, der diese Art Schiffe überhaupt wegen mangelnder Seefähigkeit, häufigen Mangels an Wasser und Proviant für hemmender als nützlich bei einer Flotte hielt, sandte sie nach Frankreich zurück und entschied sich nun für eine Verwendung der Mörserboote, wie sie oben beschrieben ist.

Am 18. August wurden 5 Anker ausgelegt, am 20. abends nahmen die Galioten zum ersten Male ihre Position ein und eröffneten das Feuer. Die Beschießung dauerte bis zum 12. September, allerdings öfters unterbrochen. Anfangs mußten die Anker umgelegt werden, sie lagen einander zu nahe und zu weit von der Stadt; mehrfach traten Wetterverhältnisse hindernd auf, einmal mußte ein nächtlicher Bootsangriff abgeschlagen werden; auch Verhandlungen mit dem Dey wurden dazwischen geführt. Immerhin wurden einige hundert Bomben geworfen, aber der Erfolg war nicht bedeutend. Viele Geschosse erreichten das Ziel nicht, einige krepierten nicht und eine nicht geringe Zahl krepierte bald nach dem Verlassen des Rohres. Eins setzte sogar sein Boot in Brand; dieses wurde nur durch die Kaltblütigkeit des Kommandanten gerettet, während der größte Teil der Besatzung über Bord sprang. Am 13. September verließ du Quesne der vorgerückten Jahreszeit wegen, besonders mit Rücksicht auf die Mörserboote, Algier. Auch mit den Verhandlungen hatte er nichts erreicht, doch ließ er einige Schiffe zur Blockade zurück.

Auf Befehl des Königs berichtete du Quesne jetzt, welche Kräfte er für einen zweiten Angriff 1683 für notwendig erachte.

Jal gibt im „Abraham du Quesne“ einen ziemlich genauen Auszug aus dieser Denkschrift; sie ist bemerkenswert, weil man daraus die Umsicht des erfahrenen Admirals ersehen kann. Er verlangte, kurz gefaßt, folgendes: 15 Linienschiffe, 2 Fregatten, 2 Brander außer den Mörserbooten; einen Stützpunkt auf den Balearen als ständigen Sammelplatz und hier: 3 Schiffe mit Proviant usw., ein Zeltlager für Kranke, Vorrat an frischem Proviant, Ausbesserungsgegenstände; ein Lazarettschiff zum Verkehr der Flotte mit dem Stützpunkte; nur etwa 6 Galeren für Polizei- und Wachdienst, dafür aber 6 schwere Schaluppen — gleich geeignet zum Rudern und Segeln — zum Bugsieren der Galioten und zu ihrer Verteidigung; bessere Munition für die Mörser, reichlicheres Ankergeschirr für die Fahrzeuge behufs sicheren Festlegens; 5 mit Steinen gefüllte Schiffe, um die Einfahrt zu sperren (mit der Absicht, den Hafen unbrauchbar zu machen, selbst wenn die Vernichtung der Stadt geglückt wäre); diese sollten auch mit Sprengstoffen gefüllt sein, um die Hafensperre und die Befestigungen auf der Mole zu zerstören. Auch ersuchte er, nicht zu viel Gardes de la marine (Offiziersaspiranten) und keine Kriegsfreiwilligen einzuschiffen, „diese nähmen nur Platz fort und brauchten zu viel Erfrischungen und Wasser, weil sie so oft seekrank wären.“